Zugvögel kommen zurück: Sorgenvolle Blicke Richtung Süden

03 Februar 2026
Biosicherheit
kraniche

In den vergangenen Wochen sind die Fälle von Vogelgrippe in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach Ansicht von FLI-Experten könnte sich das demnächst wieder ändern. Grund sei auch der Frühjahrszug der Zugvögel, die vor allem ab Mitte Februar bis Ende März aus ihren Winterquartieren zurückkehren.

„Man wird sehen, ob sich das Geschehen dann noch mal intensiviert“, sagte Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) der Deutschen Presseagentur. Denkbar wäre auch, dass die massive Aktivität des Erregers im Herbst und Winter zu einer gewissen Immunität bei den Vögeln geführt hat.

Wiederbelegungssperren aufgehoben

„Die Behörden schauen mit Bangen auf den Frühjahrszug der Vögel und die Aufhebung der Wiederbesetzungssperren.“ Vor allem in bestimmten Regionen Niedersachsens seien Geflügelbetriebe nicht mit neuen Küken besetzt worden, nachdem ganze Bestände nach Vogelgrippe-Nachweisen getötet worden waren. Dadurch werde die Dichte der Bestände vor allem in Gebieten mit sehr vielen Haltungen gesenkt. Nach Aufheben der Sperren würden Wiederbelegungen durchgeführt und damit die Populationsdichte wieder steigen. Parallel dazu seien dann auch wieder mehr Ausbrüche zu befürchten, so der Wissenschaftler.

Seit Anfang Oktober verzeichnet das FLI in Haltungen laut Harder mehr als 200 Ausbrüche der Vogelgrippe, die Mehrzahl davon im November und Dezember vergangenen Jahres. Weiterhin gebe es aber drei bis fünf Ausbrüche pro Woche. Das Geschehen konzentriere sich aktuell eher auf Deutschland nördlich des Mains. Insgesamt seien etwa 3 Mio. gehaltene Tiere gekeult worden, 1,8 Mio. davon in Niedersachsen.

Deutschlandweit seien das sehr hohe Zahlen, die aber auch schon in vorigen Seuchenzügen erreicht worden seien.

So viele Nachweise bei Wildvögeln wie nie zuvor

Anders sehe es bei den Wildvögeln aus. „Wir haben seit erstem Oktober ungefähr zweieinhalbtausend positiv getestete Wildvögel. So viele haben wir vorher noch nie gehabt.“ Dabei sei die Dunkelziffer infizierter Vögel und auch verendeter Vögel wesentlich höher. Von 100 verendeten Kranichen beprobe man vielleicht drei, vier, fünf. Allein die Zahl der in Deutschland verendeten Kraniche belaufe sich auf schätzungsweise knapp 20.000 Tiere.

Ein derartiges Infektionsgeschehen bei Kranichen habe es hierzulande zuvor nicht gegeben. Zuletzt seien wieder verstärkt andere Arten betroffen, etwa Gänse, Greifvögel oder Schwäne. Weiterhin gebe es regelmäßig Nachweise bei Wildvögeln, die sich über das gesamte Bundesgebiet verteilten.

Christa Diekmann-Lenartz, Proplanta
Bild: AdobeStock_Ana Gram

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