Mit einer feierlichen Veranstaltung in Güstrow feierte der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern ihr 35-jähriges Bestehen. ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick hielt eine der Grußreden und blickte auf bewegte Jahrzehnte zurück – und er betonte die Verantwortung der Branche zwischen Tierwohl, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.
Rückblick mit Haltung und Mut zum Wandel
„Wer so lange als Verband überlebt, der hat Durchhaltevermögen, Nervenstärke – und Humor“, eröffnete Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), seine Rede zum 35-jährigen Bestehen des Landesverbands in Güstrow.
Er erinnerte an den Umbruch nach der Wiedervereinigung: Während im Westen ökonomische und ökologische Fragen dominierten, stand der Osten vor einem kompletten Neuanfang. Die Auflösung der LPGs, neue Strukturen und der Verlust vieler Arbeitsplätze hätten die Branche herausgefordert. „Aber den Mutigen winkte das Glück“, so Goldnick.
Die Geflügelwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern habe in den vergangenen Jahrzehnten Betriebe aufgebaut und eine moderne, verantwortungsvolle Landwirtschaft entwickelt. Und sie sei professioneller geworden
Pioniere und Persönlichkeiten
Besonders hob Goldnick die Verdienste von Dietrich Pritschau hervor, „einem Visionär mit Herzblut und Tatendrang“, der den Aufbau der Geflügelwirtschaft im Norden maßgeblich unterstützt habe. Ihm folgte Elisabeth Bönisch, die den Verband mit großem Engagement weiterführte. Seit 2007 führt Marion Dorn den Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern. Das ihre strategische Arbeit sehr geschätzt wird, zeigte sich auf der Mitgliederversammlung des Verbandes im Vorfeld der Festveranstaltung: Hier wurde Marion Dorn als Vorsitzende des Verbandes einstimmig wiedergewählt.
Zukunft mit Verantwortung und Innovation
Die Geflügelbranche bewege sich seit Jahren im Spannungsfeld zwischen Tierwohl, Ernährungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit, betonte Goldnick. „Hier müssen wir die Deutungshoheit behalten“, sagte er mit Blick auf die oft emotional geführten politischen Debatten rund um die Tierhaltung und die Geflügelwirtschaft.
Für die kommenden Jahrzehnte sieht Goldnick eine Branche im Wandel: „Wir sind keine Gegner der Veränderung – wir sind Gestalter. Für uns schließen sich Tierwohl, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit schließen nicht aus, sie gehören zusammen.“
Der ZDG-Präsident sprach sich in diesem Zusammenhang für verantwortungsvolles Wachstum aus, das ohne staatliche Hilfen auskomme: „Wir wollen kein Geld vom Staat, sondern nur die Möglichkeit, zu wirtschaften – im Einklang mit Nachhaltigkeit und Tierschutz.“
Backhaus: „Erfolgsgeschichte mit Zukunft“
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus würdigte die Entwicklung der Geflügelwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls als „Erfolgsgeschichte“. Heute existierten im Land rund 200 geflügelhaltende Betriebe mit etwa 3 Millionen Legehennen, das seien dreimal so viele wie vor 20 Jahren.
Die Geflügelwirtschaft sei effizienter, technischer und zugleich transparenter und tiergerechter geworden, sagt der Minister. „Und sie ist systemrelevant, sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen“, betonte Backhaus.
Er sieht die Branche weiter im Aufwind, nicht zuletzt durch den Trend zu regionaler und hochwertiger Ernährung.

































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