Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht regelmäßig Berichte zur Vogelgrippe. Der jüngste Bericht für September bis November 2025 zeigt ein beispielloses Ausmaß der Ausbrüche. Laut EFSA sind Wildvögel die wahrscheinlichste Infektionsquelle für gehaltenes Geflügel.
Zwischen dem 6. September und dem 28. November 2025 wurden laut jüngstem EFSA-Bericht 2.896 Fälle von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) in 29 europäischen Ländern gemeldet. 368 Fälle davon betrafen kommerziell gehaltenes Geflügel. Das Ausmaß und die geografische Ausdehnung dieser Fälle waren für diese Jahreszeit beispiellos, insbesondere bei Wildvögeln. Zahlreiche Wasservögel waren betroffen, und es wurde ein Massensterben von Kranichen entlang der westeuropäischen Zugroute beobachtet.
Kraniche nur einer Zugroute infizierten sich
Die geschätzten 300.000 bis 350.000 Kraniche, die diese Zugroute nutzen, ziehen von ihren Brutgebieten in Norwegen, Schweden und Teilen Finnlands nach Süden und überqueren dabei Deutschland und Luxemburg, um ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien zu erreichen. Hiervon starben mindestens 13.000 Kraniche laut Meldungen. Die tatsächliche Zahl dürfte laut EFSA-Schätzung erheblich höher liegen. Kraniche, die die beiden anderen Zugrouten in Europa (die baltisch-ungarische und die osteuropäische) nutzen, schienen nicht betroffen zu sein.
Unter den Geflügelarten waren Puten anteilsmäßig am stärksten betroffen, und es wurden erneut HPAI-Ausbrüche bei geimpften Enten in Frankreich gemeldet. Von den 368 HPAI-Ausbrüchen bei kommerziell gehaltenem Geflügel betrafen 138 Fälle Deutschland, 68 Fälle Frankreich, Großbritannien (ohne Nordirland) 39 Fälle, Italien 24 Fälle, Polen 22 Fälle und die Niederlande 19 Fälle. In anderen Ländern gab es jeweils weniger als zehn Ausbrüche.
Geflügel hauptsächlich über Wildvögel infiziert
Die EFSA sieht Wildvögel als Hauptquelle der Infektion für gehaltenes Geflügel. Aufgrund der hohen Virusverbreitung in der Umwelt waren viele HPAI-Ausbrüche Primärinfektionen. Sekundäre Ausbreitungen kamen selten vor. Um das Risiko zu verringern, sollten die Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben verbessert und die Überwachung verstärkt werden. Besonders in Gebieten mit zirkulierendem Virus in Wildvögeln wird eine Stallpflicht für Hausgeflügel empfohlen.
Die Impfung von Geflügel kann das Ausbruchsrisiko reduzieren, jedoch nicht vollständig verhindern. Eine enge Überwachung von Wildvögeln und gehaltenem Geflügel ist entscheidend, um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen.
Aktiv sollte insbesondere entlang der Zugrouten von Wildvögeln überwacht werden. Die Umweltüberwachung in Feuchtgebieten kann ebenfalls helfen, die Virusverbreitung frühzeitig zu erkennen. Zudem sollte die Fütterung von Wildvögeln vermieden werden, um die Populationsdichte zu reduzieren.
Auch schwach pathogene Viren überwachen
Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von schwach pathogenen Vogelgrippe-Viren, die zu hochpathogenen Formen mutieren können. Auch die genetische Charakterisierung des Virus soll verbessert werden, um frühzeitig Risiken für Mensch und Tier zu erkennen.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.