Die Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens informierte sich bei Heidemark-Tierärztin Dr. Eva-Maria Gefeller und Geschäftsführer Bernd Wiegmann (v. li).
Die Einführung des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung ist auf den 1. März 2026 verschoben. Diskutiert wird weiter über die inhaltliche Ausgestaltung. Die Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens (CDU) sprach sich dafür aus, dass die lange etablierten ITW-Kriterien dort integriert werden müssten.
In der Diskussion um das auf den 1. März 2026 verschobene Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung äußerte die Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens (CDU) ihr Unverständnis über das bisherige Verfahren. Sie bezeichnete das von Seiten der Wirtschaft geschaffene ITW-System als funktionierendes System mit Überwachung und Qualitätskriterien. Sie plädierte deshalb dafür, dass die ITW-Kriterien in die Neufassung des Gesetzes integriert werden müssten.
Anna Aeikens ist Mitglied im Agrarausschuss und stellvertretendes Mitglied im Bauausschuss des Bundestages. Sie besuchte in ihrem Wahlkreis in Sachsen-Anhalt jetzt mehrere Standorte der Altmärkischen Putenmastgesellschaft. Diese gehört zur Heidemark Group.
Heidemark: Genehmigungspraxis nicht nachvollziehbar
Die Agrarpolitikerin ließ sich bei ihrem Besuch vor allem über die Schwierigkeiten bei der Umstellung auf die Haltungsform 3 informieren. Hier hakt es bisher besonders in der nicht aufeinander abgestimmten bisherigen Gesetzgebung von Tierhaltung und Baurecht. Geschäftsführer Bernd Wiegmann zeigte dort die zum Teil absurde Genehmigungspraxis der Behörden auf. Dabei geht es vor allem um die für die Haltungsform 3 relevante Frischluftzufuhr und den Auslauf.
Heidemark möchte in seinen insgesamt 85 eigenen Farmen mit angebauten Wintergärten arbeiten. Die Genehmigungsbehörden vor Ort bewilligen jedoch größtenteils nur innenliegende Wintergärten. Die Konsequenz: Diese Fläche muss vom bisherigen Stall abgetrennt werden und bedeutet eine Haltung von 30 Prozent weniger Puten.
Haltungsstufe 3: Viele Betriebe möchten umbauen
Bernd Wiegmann betonte: „Wir forcieren als Unternehmen die Haltungsstufe 3 und möchten unsere Ställe umstellen. Ohne die Anbauten, die natürlich die Stallfläche vergrößern und nur mit den innenliegenden Wintergärten ist das nahezu unwirtschaftlich.“ Laut Wiegmann möchten auch viele der angeschlossenen Heidemark-Putenmäster Wintergärten anbauen. „Leider bekommen wir bis auf wenige Ausnahmen keine Genehmigungen.“
MdB Anna Aeikens versprach, sich in Berlin bei der Neufassung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes und beim Baurecht dafür einzusetzen, dass hier unnötige Hürden beseitigt würden.
Die Heidemark Group ist zu 100 Prozent inhabergeführt und produziert Geflügelfleisch von Puten und Hähnchen. Die 2.300 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 800 Mio. Euro und haben beim Putenfleisch in Deutschland einen Marktanteil von 45 Prozent.






































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