Praxisbeispiel aus den Niederlanden: Putenhaltung statt Masthähnchen

16 September 2025
Pute
Pute Aufmacher

Statt Masthähnchen setzen Lars Raemakers und Coen Beerens im niederländischen Nederweert-Eind auf Puten. Nach einer umfassenden Renovierung ihrer sechs Ställe starten die beiden Landwirte in die Zukunft – mit Leidenschaft, LED-Licht, Sprühnebelkühlung und eigener Wasseraufbereitung.

Putennhaltung als neue Chance für Landwirte

Lars Raemakers und sein Partner Coen Beerens haben ihre sechs Putenställe in Nederweert-Eind (Limburg, NL) grundlegend renoviert, nachdem die Genehmigung für einen Umbau zu Masthähnchenställen nicht erteilt wurde. Damit setzen sie auf eine Nische, die in den Niederlanden kaum noch vertreten ist: Es gibt nur noch rund ein Dutzend Putenbetriebe, die alle eng mit deutschen Schlachtstätten zusammenarbeiten.

Leidenschaft für Landwirtschaft

Für Raemakers ist die Arbeit mit den Puten ein persönlicher Traum. Nach Stationen als Accountmanager in der Schweine- und Geflügelhaltung entschied er sich im April 2023 gemeinsam mit Beerens, die Ställe wieder mit Leben zu füllen. „Mit dem eigenen Putenbetrieb geht ein großer Wunsch in Erfüllung“, sagt der junge Landwirt.

„Die sechs Putenställe von Coen und seiner Frau Miranda (52) Beerens in Nederweert-Eind stehen seit Mitte 2022 leer”, erzählt Raemakers.
Beerens hatte auch vor, die Putenställe für Masthähnchen umzubauen. Er reichte dafür einen Genehmigungsantrag ein, aber aufgrund der internen Verrechnung kann die Gemeinde dies nicht genehmigen.
„Wir haben unter anderem andere Futtertröge und Tränken aufgestellt. Diese sind gebraucht und wurden von verschiedenen ehemaligen Putenhaltern gekauft. Außerdem haben wir die Ställe mit neuen Heizungen ausgestattet und einen Stall neu isoliert.“
Sie ließen auch neue Heizungen installieren.
Die ersten vier Ställe waren Ende Juni für die ersten Puten bereit. „Während des ersten Durchgangs haben wir die restlichen zwei Ställe renoviert”, erklärt der junge, begeisterte Raemakers.
Die sechs Ställe haben zusammen eine Fläche von 5.200 Quadratmetern.
Die Putenhalter ließen eine Sprühnebelkühlung installieren, um an heißen Sommertagen kühlen zu können.
Außerdem ließen sie von einem lokalen Installationsunternehmen neue Schaltschränke einbauen.
Auch in den Ställen ließen sie neue Schaltschränke installieren.
Die Truthähne werden aus einer eigenen Quelle mit Wasser versorgt. Zu diesem Zweck ließen Raemakers und Beerens eine Wasseraufbereitungsanlage installieren. Diese entfernt anorganische Bestandteile wie Eisen, Mangan oder Kalk aus dem Grundwasser.

Renovierung in Rekordzeit

In nur drei Monaten wurden die veralteten Stallanlagen modernisiert:

  • LED-Beleuchtung: Corax-LED-System von Hato, das in der Eingewöhnungsphase auf hohe Lichtintensität setzt und später Energie spart.
  • Sprühnebelkühlung: Hält die Temperaturen auch an heißen Sommertagen im Stall stabil.
  • Wasseraufbereitung: Eine Anlage filtert Eisen, Mangan und Kalk aus dem Grundwasser.
  • Neue Schaltschränke: Installation durch einen lokalen Fachbetrieb für mehr Sicherheit und Steuerungsoptionen.

Erste Herde erfolgreich eingestallt

Ende Juni zogen die ersten Tiere ein. Auf einer Fläche von insgesamt 5.200 Quadratmetern werden künftig vor allem Hähne gehalten, die bereits fünf Wochen alt sind. Diese Strategie erleichtert das Management und passt optimal zur vorhandenen Stallstruktur.

Blick in die Zukunft

Langfristig planen Raemakers und Beerens, die Putenhaltung weiter auszubauen. Auch ein Standortwechsel ins benachbarte Ospel ist im Gespräch. Vorerst konzentrieren sie sich aber darauf, die bestehenden Ställe optimal zu nutzen und jeden Durchgang zu verbessern.

Geflügelnews
Quelle: Tom Schotman

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