Neues Messgerät „Reveal Layers“: Bauchfett von Legehennen beeinflusst Eierproduktion

27 September 2025
Legehenne
Bauchfett Legehennen

Ein kompaktes Infrarot-Messgerät soll Geflügelhaltern helfen, den Körperfettanteil von Legehennen zu bestimmen und die Fütterung gezielter abzustimmen. Forscher sehen darin einen wichtigen Ansatz, um die Legeleistung nachhaltig zu verbessern.

Neues Infrarot-Messgerät für Legehennen vorgestellt

„Bauchfett hat einen großen Einfluss auf die Anzahl der Eier“, erklärt Lieske van Eck, leitende Geflügelforscherin bei Cargill Animal Nutrition and Health. Während eines Themenabends zur „Tiergesundheit Legehennen“ der niederländischen Plattform Pluimveeweb in Barneveld stellte sie das kompakte Messgerät Reveal Layers vor.

Das Gerät ermittelt den Körperfettanteil von Legehennen und ermöglicht damit eine gezieltere Fütterung. Studien der vergangenen zehn Jahre zeigen, dass ein enger Zusammenhang zwischen Körperfett und Legeleistung besteht. „Bauchfett beeinflusst sowohl die Effizienz als auch die Anzahl der Eier“, betont van Eck. Sie ist überzeugt, dass bei Legehennen die genetische Fähigkeit vorhanden ist, 500 Eier in 100 Wochen zu legen. Mit dem neuen Gerät soll dieses Potenzial besser ausgeschöpft werden.

Funktionsweise des Geräts

Der Reveal Layers ist etwa so groß wie ein Markierungsstift und wird am Brustbein der Henne aufgesetzt. Dort sendet er Infrarotlicht aus, das reflektiert und so den Fettgehalt in Gramm bestimmt. Die Werte können direkt auf einem Tablet oder später über eine App abgelesen werden.

Während der Veranstaltung demonstrierte van Eck die Messung humorvoll an der eigenen Hand, die 43 Gramm anzeigte – deutlich mehr als die 11 Gramm eines Landwirts, der das Gerät ebenfalls testete.

Praktischer Einsatz im Stall

Geflügelspezialist Dirk Briels von Voergroep Zuid empfiehlt, rund 100 Hühner pro Stall zu messen, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten. Bei Verdacht auf Abweichungen könne auch ein Teilbereich überprüft werden. „Da sich Hühner bewegen, ist es sinnvoll, dreimal zu messen“, so Briels.

Neben der Futteranpassung könne das Gerät auch helfen, unerwartete Probleme frühzeitig zu erkennen, die im Stallbetrieb sonst verborgen bleiben.

Grenzen und Perspektiven

Eine Anwendung bei Kühen oder Schweinen ist nicht möglich, da deren Fettschichten das Infrarotlicht anders reflektieren. Allerdings arbeitet das Entwicklerteam daran, das Gerät künftig auch für den Broiler-Sektor nutzbar zu machen.

Lieske van Eck zeigt, wie einfach der Scanner am Arm von Dirk Briels funktioniert.
Geflügelnews
Bild: Susan Rexwinkel
Quelle: Lorena Bronk

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