Kurz vor Weihnachten hat der Bundesrat die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent bei Speisen in allen Bereichen der Außer-Haus-Verpflegung beschlossen. Dieser Satz galt bereits vorübergehend während der Coronazeit. Wird der Restaurantbesuch jetzt wieder günstiger?
Ein Restaurantbesuch ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande inzwischen zum Luxus geworden. Die Preise in deutschen Gaststätten sind beispielsweise zwischen Januar 2022 und Juli 2025 um ein Viertel gestiegen. Dass viele sich das Essengehen nicht mehr leisten können oder darauf verzichten, hat die Branche am Umsatzrückgang der Jahre nach Corona gespürt.
Sieben Prozent bereits während der Corona-Pandemie
Der Bundesrat hat nun kurz vor Weihnachten die dauerhafte Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent beschlossen. Davon betroffen sind Restaurants, Cafés, Bäckereien, Metzgereien sowie Caterer und Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung. Während der Corona-Pandemie gab es – zur Unterstützung der damals angeschlagenen Branche - bereits vorübergehend diese Senkung. Zum 1. Januar 2024 wurde die Mehrwertsteuer aber wieder auf 19 Prozent erhöht.
Ziel der jetzigen dauerhaften Mehrwertsteuersenkung ist es erneut, die wirtschaftlich angeschlagene Gastronomiebranche zu stützen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hat die Entscheidung sehr begrüßt. Laut des Branchenverbandes sichere die Gastronomie unter anderem regionale Wertschöpfungsketten mit der Landwirtschaft. Schließe ein Restaurant, betreffe das nicht nur Gastronomen und ihre Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche Produzenten vor Ort, so die DEHOGA.
Jetzt Steuergleichheit mit anderen Essensanbietern
Sieben Prozent Mehrwertsteuer auf alle Speisen beseitigt laut DEHOGA bestehende Wettbewerbsnachteile und sorgt für Steuerfairness. „Durch die Entscheidung wird die Benachteiligung gegenüber anderen Essensanbietern wie Lieferdiensten oder dem Einzelhandel beendet, für die seit jeher nur sieben Prozent Mehrwertsteuer gelten“, erklärte DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. Der Lebensmittelhandel zum Beispiel bietet heute vielfach fertige Mahlzeiten oder Snacks „to go“ an.
Die Branche kämpft weiterhin mit gestiegenen Energie-, Personal- und Lebensmittelkosten sowie Personalmangel. Laut DEHOGA sind seit der Corona-Pandemie bundesweit etwa 12.000 Gastronomiebetriebe vom Markt verschwunden. Die Mehrwertsteuersenkung soll jetzt den dringend benötigten Rückenwind bringen, um zu überleben. „Wo Spielräume vorhanden sind, werden Gastronominnen und Gastronomen diese nutzen für Investitionen in die Betriebe, Sicherung von Arbeitsplätzen, faire Löhne und attraktive Preisangebote“, so Zöllick.
Wohl keine niedrigeren Preise auf der Speisekarte
In Summe dürfte das bedeuten, dass es auf breiter Front keine sinkenden Preise für das Putenschnitzel oder Chicken Nuggets geben dürfte. Das zeigt auch eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Anbietern und Verbänden. Die Pizzeria-Kette L‘Òsteria beispielsweise spricht zumindest von „Preisstabilität“.
Die künftige Entwicklung der Gastronomie in Deutschland ist für die Geflügelbranche besonders wichtig, weil signifikante Mengen des Geflügelfleischs auf die Außer-Haus-Verpflegung (Gastronomie, Kantinen, Fast-Food) entfallen. Laut Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft machen verarbeitetes Fleisch (Convenience) und Außer-Haus-Verpflegung bei Geflügel rund die Hälfte des Marktes aus.

































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