LED-Licht senkt Zahl der Bodeneier deutlich – Legehennenbetrieb in den Niederlanden setzt auf moderne Stalltechnik

17 Mai 2026
Legehenne
Familie van Leendert

„Wir haben in diesem Durchgang kaum Bodeneier, nachdem wir während des Leerstands die Beleuchtung unter dem Volierensystem in einem unserer Ställe durch LED-Beleuchtung ersetzt haben“, sagt Legehennenhalter Vincent van Leendert aus Tienray (Limburg, Niederlande).

Vincent (21) und seine Schwester Evelien (23) van Leendert führen gemeinsam mit ihren Eltern William (56) und Annemarie (58) einen Legehennenbetrieb in Tienray im Norden der Provinz Limburg. Sie halten 300.000 Legehennen in Bodenhaltung gleichen Alters in drei Ställen, davon zwei Ställe mit drei Etagen und ein konventioneller Stall.

„Es läuft ziemlich gut. Nach einem kleinen Einbruch liegt die Legeleistung unserer 45 Wochen alten Hennen jetzt wieder bei 97 Prozent“, sagt Vincent van Leendert. „Wir sind mit dieser Herde sehr zufrieden, ebenso mit der vorherigen.“

Neue LED-Beleuchtung

Im vorherigen Durchgang hatten sie in einem ihrer Ställe ziemlich viele Bodeneier. „Dort hingen noch alte Röhrenlampen unter dem Volierensystem. Wenn eine ausfällt, ist sofort eine ganze Reihe dunkel. Wir arbeiten mit Wochenendaushilfen. Wenn einer der Jungs das nicht bemerkt, hat man direkt viele Bodeneier. Im vergangenen Sommer haben wir während des Leerstands diese Lampen unter dem System durch LED-Beleuchtung ersetzt. Auch dadurch haben wir in diesem Durchgang nahezu keine Bodeneier.“

Die Familie hält Legehennen gleichen Alters. „Am Anfang eines Durchgangs bedeutet das zusätzliche Arbeit, aber im weiteren Verlauf bringt uns das mehr Ruhe. Außerdem hat das auch Vorteile für die Tiergesundheit“, erklärt Evelien van Leendert.

Eigene Futtermischanlage

Die Hennen der Familie erhalten seit Jahren Futter aus der eigenen Futtermischanlage. Vincent: „Wir bekommen das Kernfutter von einem Futtermittelhersteller. Das macht etwa 15 bis 20 Prozent der Futtermischung aus. Dazu mischen wir Weizen, Mais, Soja, Hafer, Gerste, Sonnenblumenschrot und Kalkstein.“

Vincent van Leendert sagt, dass sie kaum Störungen in ihrer Futtermischanlage haben: „Ich führe sehr oft vorbeugende Wartungen durch und tausche Dinge rechtzeitig aus. Wenn man das rechtzeitig macht, hat man nahezu keine Störungen.“

Seine Schwester Evelien bestellt das Futter, während ihr Vater William die einzelnen Rohstoffe einkauft. „Papa beobachtet den Markt für Futtermittelrohstoffe und bespricht mit unserem festen Futtermittelhersteller, von dem wir einzelne Rohstoffe beziehen, wann ein guter Zeitpunkt für einen Vertragsabschluss ist und für welchen Zeitraum.“ Evelien möchte diese Aufgabe künftig von ihrem Vater übernehmen.

Gemeinsame Betriebsübernahme geplant

„Wir haben in diesem Durchgang kaum Bodeneier, nachdem wir während des Leerstands die Beleuchtung unter dem Volierensystem in einem unserer Ställe durch LED-Beleuchtung ersetzt haben“, sagt Legehennenhalter Vincent van Leendert aus Tienray (Provinz Limburg, Niederland)..

Vincent arbeitet seit mehr als zwei Jahren vollständig zuhause, seit seinem 19. Lebensjahr. Evelien ist erst seit vergangenem Sommer nach Abschluss ihres Studiums der Handelsökonomie im elterlichen Betrieb tätig. Bruder und Schwester möchten den Legehennenbetrieb später gemeinsam übernehmen.

„Ich merke, dass Papa seit einigen Wochen weniger stark vorausgeht, mehr loslässt und uns mehr Verantwortung gibt. So sitzt er zum Beispiel nicht mehr immer dabei, wenn der Futterberater unseres Futtermittelherstellers kommt. Außerdem war er kürzlich sechzehn Tage im Urlaub. Das war eigentlich ganz angenehm“, sagt Evelien mit einem Lächeln. „Papa ist kritisch. Das ist gut, aber manchmal ist es auch schön, wenn er nicht da ist und Vincent und ich den Betrieb zu zweit führen. Von solchen Momenten lernen wir viel.“

Coaches unterstützen den Familienbetrieb

Die Familie arbeitet seit Kurzem mit zwei Coaches zusammen. Evelien: „Die Coaches kommen einmal im Monat oder alle zwei Monate zu uns und beraten uns dabei, wie wir als Familienbetrieb gut funktionieren können. Ein Familienbetrieb ist nämlich ziemlich komplex aufgebaut.“ Es müsse klar sein, wann über den Betrieb gesprochen werde und wann über Familienangelegenheiten. Außerdem brauche es eine klare Rollenverteilung, damit man sich nicht gegenseitig in die Quere komme. „Vincent und ich finden die Gespräche mit beiden Coaches sehr lehrreich. Man lernt viel daraus.“

Evelien entschied sich bewusst für den Familienbetrieb

Vincent wusste bereits als Kind, dass er den Betrieb übernehmen wollte. Bei Evelien dauerte dieser Prozess länger: „Ich habe lange darüber nachgedacht: Ist das wirklich das, was ich will? Möchte ich nicht etwas anderes machen?“ Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Junior-Accountmanagerin und Managerin für internationalen Handel am Berufskolleg.

Danach überlegte sie, Betriebswirtschaft und Agribusiness an der HAS Hochschule oder Handelsökonomie zu studieren. Schließlich entschied sie sich für Handelsökonomie an der Avans Hogeschool in Den Bosch.

„Dort habe ich viel über Marketing, Vertrieb sowie Produkt- und Markenmanagement gelernt.“ Zusätzlich belegte sie ein Nebenfach in Agrarunternehmertum an der Höheren Landwirtschaftsschule in Den Bosch.

Technik und Büro ergänzen sich

„An freien Tagen und in den Ferien habe ich zuhause immer mitgearbeitet. Meine Praktika absolvierte ich stets bei Unternehmen im Agrarsektor“, erzählt Evelien. Während ihrer Praktika stellte sie fest, dass sie kein typischer Büromensch sei. „Jetzt arbeite ich regelmäßig einen halben Tag im Büro. Das passt gut. Den größten Teil des Tages bin ich in den Ställen unterwegs, und am Ende des Tages erledige ich die Büroarbeiten. Das ist für mich die ideale Kombination.“

Ihr Bruder Vincent absolvierte eine technische Ausbildung in Belgien, in der er Schweißen lernte und mit Drehmaschinen arbeitete.

„Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr Mechaniker für mobile Arbeitsmaschinen wie Traktoren und habe seitdem auch damit gehandelt“, erzählt Vincent. Sein technischer Hintergrund helfe ihm im Familienbetrieb sehr.

„Vincent ist technisch stärker als ich und unser Mechaniker, während ich besser in der Büroarbeit bin“, sagt Evelien. Vincent stimmt ihr zu.

Klare Aufgabenverteilung im Betrieb

Vincent kümmert sich gemeinsam mit Evelien und einem fest angestellten 21-jährigen Mitarbeiter um die Hennen. Zusätzlich beschäftigt der Betrieb eine Teilzeitkraft für die Eierabnahme, einen Praktikanten sowie Wochenendaushilfen.

„Wir ergänzen uns gut und können deshalb erfolgreich gemeinsam einen Betrieb führen“, sagt Evelien.

Am Samstag führt Evelien den Betrieb zusammen mit den Wochenendaushilfen, am Sonntag übernimmt Vincent diese Aufgabe. Beide haben jeweils einen freien Tag pro Woche.

Geflügelnews
Bild: Gerald Burgers, van Leendert
Quelle: Tom Schotman

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