Jetzt schon an die kühlere Zeit des Jahres denken!

07 August 2025
Stallmanagement
Wissensartikel Legehenne

Obwohl noch einige schöne, warme Spätsommerwochen vor uns liegen, lohnt es sich schon jetzt, einen Blick auf die kühlere Jahreszeit zu werfen, denn vor deren Anbruch ist der optimale Zeitpunkt gekommen, um den Parasitenbefall in Hühnerbeständen zu senken.

Dieser Artikel befasst sich mit zwei der wichtigsten Parasiten in der Hühnerhaltung- Roten Vogelmilben und Spulwürmern (Askariden).

Die Rote Vogelmilbe

Die Vermehrungsrate der Milben sinkt bei Umgebungstemperaturen unter 20 °C drastisch, weil der Entwicklungszyklus stark verlangsamt ist. Während bei Temperaturen von 25-30 °C innerhalb von weniger als vier Tagen nach der Blutaufnahme der weiblichen Milbe das erste blutsaugende Entwicklungsstadium, die Protonymphe erreicht ist, beträgt dieser Zeitraum bei Temperaturen unter 15 °C mehr als 19 Tage.

Entwicklungsstadien der Roten Vogelmilbe

Mit sinkenden Temperaturen sinkt auch die Aktivität der Milben und sie ziehen sich immer weiter in Ritzen und Spalten im Stallgebäude und in der Stalleinrichtung zurück, was eine erfolgreiche Bekämpfung erschwert.

Durch Kälte, Feuchtigkeit und kürzere Tageslichtdauern ist es möglich, dass das Immunsystem der Hühner in Herbst und Winter geschwächt ist, hier können ein Milbenbefall und der dadurch entstehende Stress zusätzliche negative Auswirkungen haben.

Milben können in Ritzen und Spalten in Stallgebäude und Stalleinrichtung monatelang ohne Nahrung überwintern. Besteht vor Anbruch der kalten Jahreszeit ein unkontrollierter Milbenbefall, kann daraus im Frühjahr bei steigenden Temperaturen innerhalb kurzer Zeit ein explosionsartiger Anstieg der Milbenpopulation resultieren.

Zusätzlich zu den zur Milbenbekämpfung verwendeten Methoden und Präparaten empfehlen sich noch weitere Maßnahmen, um den Milbenbefall möglichst gering zu halten:

  • Regelmäßiges Entfernen von Kotansammlungen (unter denen sich Milben gern verstecken), Staub und überschüssiger Einstreu im Tierbereich, regelmäßiges Auskratzen von Ritzen.
  • Entfernen von Schmutz, Staub, Ansammlungen von Müll und nicht benötigten Gegenständen im vorderen und hinteren Stallbereich und Nebenräumen.
  • Verwendung von glatten, leicht zu reinigenden Oberflächenmaterialien in Stallgebäude und Stalleinrichtung, die möglichst wenige Rückzugsmöglichkeiten für Milben bieten. Ritzen, Spalten und Löcher in Bausubstanz abdichten/verputzen.

Spulwürmer

Mit dem Wechsel zu kühleren Temperaturen und feuchterem Wetter steigt die Aktivität vieler Wurmarten, die Hühner befallen können. Besonders häufig sind Spulwürmer (Askariden), die sich im Darm der Tiere ansiedeln. Diese Parasiten vermehren sich in der Regel im Sommer und Herbst verstärkt, da die Umweltbedingungen für ihre Larven günstig sind.

Spulwürmer entziehen den Hühnern wichtige Nährstoffe und können zu Mangelerscheinungen, Gewichtsverlust und einer geschwächten Immunabwehr führen. Bei starkem Befall ist sogar ein Versterben der Tiere durch einen Darmverschluss (Wurmileus) möglich. Gerade in der kühleren Jahreszeit, wenn die Tiere ohnehin mehr Energie für die Wärmeregulierung benötigen, kann ein hoher Parasitenbefall die Gesundheit stark beeinträchtigen.

Zudem kann sich durch den Entzug von Nährstoffen im Darm die Legeleistung deutlich verringern und die Eiqualität verschlechtern. Durch regelmäßiges Entwurmen, besonders vor der kühlen Jahreszeit, wird sichergestellt, dass die Produktivität von Legehennenbeständen erhalten bleibt.

Spulwürmer verbreiten sich schneller im Bestand, wenn sich die Hühner auf engerem Raum aufhalten, was im Winter durch kühlere Außentemperaturen und ein geringeres Aktivitätsniveau verstärkt wird. Eine Reduktion des Spulwurmbefalls reduziert diese Ausbreitung.

Auf Grund dieser Umstände ist es sinnvoll, regelmäßig Kotproben auf etwaigen Wurmbefall untersuchen zu lassen und die Tiere gegebenenfalls mit geeigneten Präparaten zu entwurmen. So steigern Sie nicht nur das Tierwohl, sondern stellen auch gleichmäßige Leistungen Ihrer Tiere sicher.

Fazit

Eine Kombination aus regelmäßiger Kontrolle, gründlicher Stallreinigung, gezieltem Einsatz von Bekämpfungsmitteln und guter Haltungspraxis ist der Schlüssel zur effektiven Parasitenbekämpfung. Besonders vor der kühleren Jahreszeit hilft diese Strategie, den Befall durch Rote Vogelmilben und Spulwürmer zu minimieren und die Gesundheit der Hühner langfristig zu sichern.

Zu gezielten Maßnahmen zur Parasitenbekämpfung sprechen Sie bitte Ihre/n betreuende/n Tierarzt/-ärztin an.

MSD Tiergesundheit
Bild: MSD Tiergesundheit

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