Bedrohung im Hühnerstall: Mit vereinten Kräften gegen die Rote Vogelmilbe
Bedrohung im Hühnerstall: Mit vereinten Kräften gegen die Rote Vogelmilbe
13 Mai 2025
Stallmanagement
Wissensartikel
Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist bei Geflügel in allen Haltungsformen ein weit verbreiteter, blutsaugender Parasit. Die Milbe gehört zu den bedeutendsten Parasiten weltweit, ein Befall hat großen Einfluss auf das Tierwohl, die Tiergesundheit und die Wirtschaftlichkeit. Außerdem handelt es sich um einen Überträger von Zoonoseerregern.
Ursache und Übertragung
Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist ein fast weltweit verbreiteter Ektoparasit, der nur zeitweise am Huhn sitzt. Die Roten Vogelmilben leben außerhalb des Wirtstieres, müssen aber alle drei bis vier Tage dessen Blut saugen, um Eier legen und sich über verschiedene Entwicklungsstufen zur erwachsenen Milbe weiterentwickeln zu können. Dieses Blutsaugen findet hauptsächlich nachts statt. Tagsüber ziehen sich die Milben in Ritzen und Spalten im Stall und in der Einrichtung zurück, um dort in Ruhe ihre Eier zu legen und sich weiterzuentwickeln.
Verbreitung und Folgen
In fast allen Geflügelhaltungen in Deutschland stellt die Rote Vogelmilbe ein großes Problem dar. Hauptsächlich kommt sie in Hühnerbeständen vor, aber auch Gänse, Tauben und Wildvögel können befallen werden. Wenn der Milbenbefall sehr stark ist, kann das bei den Hühnern zu einer Blutarmut und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Aber auch weniger starke Befälle können große Probleme hervorrufen. Durch den Juckreiz kann eine allgemeine Nervosität in der Herde entstehen, was zu Beschädigungspicken des Gefieders, aber auch zu einem Bepicken der Zehen führen kann. Die Blutarmut kann auch blasse Kämme und Kehllappen hervorrufen. Die Rote Vogelmilbe kann aber auch Krankheiten wie die Geflügelpest, Salmonellen etc. übertragen. Auch für den Tierhalter ist die Milbe oft ein Problem. Juckreiz und Hautausschläge können entstehen (Vogelhalterkrätze).
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Diagnose
Auswirkungen eines Befalls mit der Roten Vogelmilbe:
Stress/Federpicken
Erhöhte Mortalität
Verschlechterung der Produktionsparameter
Ausbreitung bakterieller und viraler Erreger
Anämie
Die Roten Vogelmilben sitzen nur kurz direkt am Tier, um Blut zu saugen. Am Tage findet man die Milben deshalb in der Nähe der Orte, an denen sich die Hühner nachts aufhalten, beispielsweise unter den Sitzstangen, in den Nestern, aber auch in Spalten und Ritzen der Stallverkleidung. Bei extremem Milbenbefall findet man regelrechte „Traubenbildung“ von Milben an diesen Stellen. Bei sehr starkem Befall kann es sogar vorkommen, dass die Milben auch tagsüber auf den Hühnern zu finden sind.
Vorbeugung und Behandlung
Bisherige Methoden zur Bekämpfung von Milben sind oft arbeitsintensiv und führen, wenn überhaupt, meist nur zu einer vorübergehenden Verringerung des Befalls. Deshalb ist eine Behandlung übers Trinkwasser vorzuziehen, da alle Tiere gleichmäßig behandelt werden können. Besonders geeignet ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Isoxazoline: Fluralaner, der exakt pro kg Körpergewicht dosiert wird und eine Wartezeit von 0 Tagen für Eier hat. Die Behandlung muss zweimalig im Abstand von exakt sieben Tagen erfolgen. Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre/n betreuende/n Tierärztin/arzt.
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