EuroTier 2024: Mobile Schlachtung für die Regional- und Direktvermarktung

17 Oktober 2024
Agribusiness
EuroTier mobiles Schlachten

Direktvermarktung und mobile Schlachtung/Hofschlachtung sind eng miteinander verknüpft. In Deutschland gibt es etwa 150 Betriebe und Dienstleister, die mobil oder am Hof schlachten, die Geflügelbranche ist auch dabei. Auf der EuroTier 2024 ist es Thema in mehreren Vorträgen auf dem DLG-Stand.

Für die Regional- und/oder Direktvermarktung ist die hofnahe und mobile Schlachtung ein konsequentes Konzept. Die Schlachtung findet dabei entweder ganz oder teilweise im Herkunftsbetrieb statt. Mit einer wachsenden Zahl verschiedener mobiler Schlachteinheiten und -konzepte eröffnen sich neue Wege für individuelle Betriebsstrukturen und Vermarktungsmöglichkeiten.

Die EuroTier 2024, die vom 12. bis 15. November in Hannover stattfindet, bietet Besucherinnen und Besuchern ein umfangreiches Programm rund um die mobile Schlachtung von Geflügel, Rindern und Schweinen. Erstmalig wird das Thema auf den Bühnen am DLG-Stand in Halle 13 präsentiert. Die Referenten präsentieren Praxisbeispiele, Vermarktungswege und zeigen Entscheidungshilfen auf, die beim Kauf oder Einsatz einer mobilen Schlachteinheit unterstützen. Neben den Vorträgen können sich Besucher vor Ort mit Herstellern und Betreibern austauschen.

Hier erfahren sie auch, welche rechtlichen Vorgaben zu beachten sind, welche Vermarktungskonzepte es gibt und wie Interessierte ihre eigene mobile Schlachtung wirtschaftlich sinnvoll etablieren können.

Vollmobile EU-zugelassene Geflügelschlachteinheit

Alexander Kern, Biolandwirt aus dem Odenwald, berichtet in seinem Vortrag über die erste EU-zugelassene vollmobile Geflügelschlachteinheit, die seit dem Jahr 2023 im Einsatz ist. Mit ihr kann nun auch verarbeitetes Geflügelfleisch direktvermarktet oder an den Handel geliefert werden. Hierdurch ergeben sich besonders für die Direktvermarktung viele interessante, neue Produkte und Vermarktungswege, aber auch jede Menge rechtlicher Herausforderungen. Diese wird Kern in seinem Vortrag beleuchten.  (Dienstag, 12. November, 16:30 Uhr)

Weitere Vorträge zur Hofschlachtung

An den anderen Tagen der EuroTier stellen weitere Betriebe/Unternehmen ihre Konzepte bezüglich der mobilen oder Hof-Schlachtung von Schweinen und Rindern vor.

Ruwen Hehner, Betriebsleiter, und Dr. Henry Stathmann, Amtstierarzt aus der Uckermark, stellen in ihrem gemeinsamen Vortrag vor, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Behörde gelingen und wie der Weideschuss beim Rind erfolgreich und sicher umgesetzt werden kann. (Mittwoch, 13. November, 11:00 Uhr)

Mobile Schlachtung als Dienstleistung? Alexander Hezner, Metzgermeister aus Bayern, stellt bei seinem Vortrag sein erfolgreiches Geschäftsmodell vor und gibt Auskünfte über seine Beweggründe, seine Liebe zum Handwerk und seine Pläne zur Betriebserweiterung. (Mittwoch, 13. November, 12:00 Uhr)

Ralf Remmert von der Prignitzer Landschwein GmbH in Brandenburg stellt sein modulare, teilstationäre Schlachteinheit mit einer Kapazität von etwa sechzig Schweinen pro Tag vor. Sie könnte künftig eine konkurrenzfähige und wirtschaftlich sinnvolle Lösung bei der mobilen Schlachtung von Schweinen darstellen. (Donnerstag, 14. November, 15:00 Uhr)

Peter Brandmeier und sein Team von „IG Schlachtung mit Achtung“ haben eine mobile Schlachteinheit für Rinder auf den Markt gebracht, die über Fixiereinrichtung, Videoüberwachung, hydraulischen Schlitten und geschlossenen Raum zur Entblutung besteht. Ihre Schlachteinheit wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert und ist seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz. Peter Brandmeier berichtet über den Praxisbetrieb und Vermarktungswege. (Freitag, 15. November, 15:30 Uhr)

 DLG Studio Stage, Halle 13, Stand E58

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

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Bild: Kristoffer Finn

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