EU-Entscheidung: Dann ist eine Wurst eine Wurst

09 Oktober 2025
Deutschland
Veggy Burger

Das EU-Parlament hat in Sachen vegane Fleischersatzprodukte entschieden. Die europäischen Parlamentarier sehen in Mehrheit keine vegane „Wurst“ mehr.  

Wann ist Wurst Wurst? Wann ein Steak ein Steak? Wenn die Produkte so aussehen oder wenn sie tatsächlich vom Tier stammen? Das EU-Parlament hat über diese Frage abgestimmt. Und es hat für ein Verbot von Bezeichnungen wie „Veggie-Wurst“ oder „Veggie-Burger“ gestimmt. „Wurst“ oder „Burger“ sollen fortan nicht mehr für Fleischersatzprodukte gelten. 

Diese Regelung muss noch von den 27 EU-Staaten bestätigt werden, bevor sie in Kraft tritt. Ziel sei es, Verbraucher nicht irrezuführen, da Begriffe wie „Wurst“ künftig nur noch für tierische Produkte erlaubt sein sollen.

Lebensmittelbranche wollte diese Entscheidung nicht

Im Vorfeld waren die Fronten klar. Mehr als 20 Unternehmen hatten zuletzt in einem offenen Brief vor Schaden für die Lebensmittelbranche gewarnt, wenn die vegane Wurst nicht mehr so genannt werden dürfte. Unter anderem Aldi Süd, Lidl, Burger King, Beyond Meat und Rügenwalder Mühle erklärten, Tofuwurst und Sojaschnitzel seien so etabliert, dass Verbraucher wüssten, was sie dabei erwartet und wie man sie zubereitet. 

Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht das Verbot kritisch: Niemand kaufe versehentlich Tofu-Würstchen, weil er glaube, es seien Rinderknacker. 

Den Verbotsantrag hatte Céline Imart eingebracht, Abgeordnete der französischen Konservativen. Die Fraktion der Europäischen Volkspartei, zu der auch die CDU gehört und die eine Mehrheit im EU-Agrarausschuss hat, sprach sich immer für eine auch sprachliche Trennung der Lebensmittel aus. 

Regierung und Bauernverband befürworten neue Regelung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) haben das Verbot unterstützt, um Begriffe wie „Wurst“ und „Schnitzel“ für tierische Produkte zu reservieren. Ins selbe Horn stieß auch der Deutsche Bauernverband (DBV). Er plädiert für eine saubere Trennung und sagt: „Zudem erhalten tierische Lebensmittel auf diese Weise ein Negativimage: Es entsteht der falsche Eindruck, fleischfreie Ersatzprodukte seien die bessere Wahl als ‚echtes‘ Fleisch.“

Die Frage, wann Wurst Wurst ist, bewegt Veganer, Vegetarier, Hersteller von Fleischersatzprodukten, Politiker und natürlich Metzger und Wurstfabrikanten gleichermaßen und schon länger. Schon 2017 hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass rein pflanzliche Produkte nicht länger als „Milch“, „Käse“ oder „Joghurt“ bezeichnet werden dürfen. 

Und so heißt es seitdem nicht mehr „vegane Kochsahne“, sondern „Hafercreme Cuisin“ oder Veggie Schmelz Scheiben“ statt „veganer Scheibenkäse“. Ob Verbraucher sich durch solche Milch-Bezeichnungen getäuscht gefühlt hat, stand bei der Entscheidung nicht zur Debatte. 

agrarheute / Peter Laufmann
Bild: AdobeStock_Scott Habermann

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