Unilever steht international unter Druck: Die Open Wing Alliance fordert den Konzern auf, sein zurückgezogenes Versprechen für 100 Prozent käfigfreie Eier weltweit wiederherzustellen. Tierschutzorganisationen warnen vor einem Reputationsrisiko – und sprechen von einem Rückschritt in einer Branche, welche die Käfighaltung zunehmend aufgibt.
Unilever streicht globales Käfigfrei-Ziel nach Umbau im Konzern
Die Open Wing Alliance (OWA), ein Zusammenschluss von 84 Organisationen, die weltweit gegen die Misshandlung von Hühnern kämpfen, hat den internationalen Konsumgüterkonzern Unilever aufgefordert, sein globales Versprechen für käfigfreie Eier wieder einzuführen. Gleichzeitig verlangt das Bündnis einen klaren, zeitlich gebundenen Plan, wie der Konzern in allen Märkten vollständig auf Eier aus Käfighaltung verzichten will.
Unilever galt lange als Vorreiter im Bereich Tierschutz. Doch Ende 2025 strich der Konzern nach einer Phase interner Umstrukturierungen still und leise seine weltweite Verpflichtung, beklagt dieOWA. Seitdem beschränke Unilever sein Käfigfrei-Versprechen auf Europa und Nordamerika. In anderen Regionen lebten damit Millionen Legehennen weiterhin in Käfigsystemen.
„Unilever setzt damit auf die falsche Entwicklung“, sagte Brooke Fane, Senior Corporate Campaign Lead der internationalen Tierschutzorganisation „The Humane League“. Sie verweist darauf, dass Unternehmen im Jahr 2024 weltweit rund 92 Prozent ihrer Käfigfrei-Zusagen umgesetzt hätten. Gleichzeitig trieben viele Regierungen das Verbot der Käfighaltung von Legehennen voran. Wer jetzt zurückrudere, stelle sich gegen den Markttrend.
Unilever hatte sich im März 2018 verpflichtet, weltweit nur noch Eier aus käfigfreier Haltung zu beziehen. Diese Zusage sollte für alle Länder gelten, sagt OWA. In einer aktuellen Änderung auf der Unternehmenswebseite verschwand jedoch die globale Formulierung. Damit reduziere Unilever sein Engagement auf ausgewählte Regionen.
Milliarden Eier pro Jahr: Der Einkauf von Unilever beeinflusst Millionen Hennen
Der Unilever-Konzern ist in mehr als 190 Ländern aktiv und besitzt fast 30 sogenannte „Power Brands“ sowie zahlreiche Untermarken. Zu den bekanntesten gehören Hellmann’s, Knorr, Seventh Generation und Dove. Als einer der größten Lebensmittelhersteller der Welt beeinflusst Unilever mit seiner Einkaufsstrategie nach Schätzungen jährlich rund 1,38 Milliarden Eier und damit fast fünf Millionen Legehennen.

































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