Wasser ist ein äußerst wichtiges Thema in der Geflügelhaltung, aber oft auch ein unterschätztes. Ein Hähnchen besteht je nach Alter aus etwa 65-78% Wasser. Wasser spielt eine entscheidende Rolle in verschiedenen Körperprozessen, wie der Temperaturregulierung und der Verdauung. Zudem ist es ein wesentlicher Bestandteil des Körpergewebes und der Eier. Die Tiere trinken doppelt so viel, wie sie fressen. Das ist der Grund, warum wir der Wasserhygiene besondere Aufmerksamkeit schenken müssen.
Wie erkennt man gutes Trinkwasser?
Methode 1: Weißer-Eimer-Test
Ganz einfach! Man nimmt einen weißen Eimer, lässt Wasser aus der Tränke hineinlaufen und betrachtet das Wasser, das die Tiere trinken. Dabei sollte man das Wasser aus der letzten Tränke und nicht aus dem Zulauf verwenden! Das gesammelte Wasser wird auf Aussehen, Geruch und im besten Fall auch auf den Geschmack getestet. Nur wenige werden sich bis zum Geschmackstest trauen, da die meisten schon bei der Sichtprüfung durchfallen.
Aber warum wird Wasser, das vermeintlich sauber in die Leitung oder den Tank kommt, so schmutzig? Das liegt daran, dass Zeit, Mikroorganismen, Sauerstoff, Mineralstoffablagerungen, Temperatur und die rückwärtige Verschmutzung durch die Tiere selbst einen Film in der Leitung bilden.
Methode 2: Laboruntersuchung
Neben dieser einfachen Eimerprobe kann man auch eine Wasseranalyse durchführen lassen. Bei der chemisch-physikalischen Analyse erhält man genaue Informationen über die allgemeinen Parameter des Wassers. Hier muss bei Abweichungen von den Grenzwerten gehandelt werden! Die wichtigsten Punkte sind die Härte, der pH-Wert, Eisen und Mangan, Nitrit, Nitrat und Ammonium. Die mikrobiologische Analyse gibt einen aktuellen Ist-Wert an, der zeigt, wie sauber das Wasser ist. Hier werden Hefen, Pilze, coliforme Keime sowie die Gesamtkeimzahl sichtbar.
Methode 3 & 4: ATP-Messung und Endoskop-Untersuchung
Weitere Methoden, um zu verstehen, was im Trinkwasser vor sich geht, sind die ATP-Messung, die Messung des Redoxpotentials und ein einfacher Blick mit dem Endoskop. Bei der ATP-Messung ist es wichtig zu wissen, wie der RLU-Wert interpretiert wird, und bei der Redoxmessung ist das Ergebnis nur bedingt aussagekräftig. Aber bekanntlich führen viele Wege nach Rom…
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