Über 100 Praktiker zeigen: Die Geflügelmast blickt nach vorn

18 Juni 2026
Masthuhn
Zuhörende

Die Hähnchen- und Putenmast ist eine Erfolgsbranche. Doch wer auch künftig erfolgreich sein will, braucht mehr als gute Produktionszahlen. Beim 1. Südoldenburger Geflügelmasttag der FutterAllianz Nordwest standen deshalb auch Soft Skills mit im Fokus: etwa wie man gute Mitarbeiter findet, führt und behält.

Die Hähnchen- und Putenmast kann aktuell in eine positive Zukunft schauen. Mastplätze sind gefragt. Der Erfolg der Betriebe spornt an, weiter in die Geflügelmast zu investieren oder auch neu in diesem Bereich durchzustarten.

Über 100 Teilnehmende in Vechta

Um wichtige Erfolgsfaktoren für die Geflügelmast ging es auf dem 1. Südoldenburger Geflügelmasttag im niedersächsischen Vechta. Eingeladen hatte die FutterAllianz Nordwest mit ihren Mutterhäusern GS Die Genossenschaft, Fleming & Wendeln sowie agron Ems. Gemeinsam mit den über 100 Teilnehmenden wagte man einen Blick in die Zukunft und diskutierte darüber, wie man als Hähnchen- oder Putenmäster seinen Betrieb für die nächsten Jahre zukunftssicher aufstellen kann. 

Dass es längst nicht mehr nur auf gute Produktionszahlen ankommt, machte Eckart Schlamann gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich. Mit seinem Unternehmen „entra Beratung“ begleitet er landwirtschaftliche Betriebe als Coach und Berater. In Vechta sprach er über die Themen Hofübergabe und Mitarbeiterführung. Gerade die Mitarbeiterführung ist eine entscheidende Stellschraube, wenn es um die zukunftsfähige Entwicklung eines Betriebs geht.

Viele Geflügelbetriebe sind inzwischen Arbeitgeber

In vielen Geflügelbetrieben läuft der Alltag heute längst nicht mehr ohne Fremdarbeitskräfte – von der Minijobberin oder dem Minijobber bis hin zu mehreren Festangestellten. Wer Mitarbeiter beschäftigt, muss als Betriebsleiter auch führen können. Das bedeutet, Führungsqualitäten mitzubringen oder sie sich anzueignen. Dabei spielt eine gute Kommunikation eine zentrale Rolle, wie Eckart Schlamann betonte. Das gilt nicht nur im Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern in Familienbetrieben genauso innerhalb der (mitarbeitenden) Familie.

Ein wichtiger Baustein für ein gutes Miteinander ist eine klare Aufgabenverteilung im Team. Weiß jeder Mitarbeiter, wofür er verantwortlich ist, welche Aufgaben er übernimmt und wie die Arbeit erledigt werden soll? Eckart Schlamann brachte es auf den Punkt: „Je klarer die Aufgaben und Verantwortlichkeiten definiert sind, desto leichter lässt sich der Arbeitsalltag gestalten.“

Als Unternehmer gehört Führungskompetenz dazu

Auch zum Thema Kommunikation als „Kernkompetenz“ gab Schlamann praktische Tipps. Regelmäßige kurze Teamrunden oder Arbeitsbesprechungen helfen ebenso wie klar formulierte Tagesziele, Prioritäten und das offene Ansprechen von Herausforderungen. Wertschätzung und Anerkennung zeigen sich außerdem darin, aktiv nachzufragen: „Was braucht ihr gerade?“ oder „Was können wir verbessern?“ 

Bei mehreren Mitarbeitenden kommt es zusätzlich darauf an, sie an den passenden Stellen einzusetzen, sie zu coachen und zu erkennen, wo sie Unterstützung benötigen, um sich weiterzuentwickeln. So steigt die Motivation, die Beschäftigten identifizieren sich stärker mit dem Betrieb und bleiben ihm langfristig erhalten. Auch erfolgsbezogene Entlohnungsstrukturen können in diesem Zusammenhang durchaus eine sinnvolle Überlegung sein, so der langjährige Berater.

Zusammenarbeit in der Kette immer wichtiger

Cord Schiplage, Geschäftsführer GS Die Genossenschaft, hatte zuvor in seinem Impulsvortrag betont, dass die landwirtschaftliche Urproduktion immer näher zusammenrückt mit den vor- und nachgelagerten Bereichen. Hintergrund ist unter anderem, dass die Umweltwirkung der Produktion immer stärker in den gesellschaftlichen Fokus gerät. Die Umweltwirkung kann nur stufenübergreifend betrachtet werden. Die Verknüpfung von Daten aus allen Stufen wird dabei zukünftig eine Schlüsselrolle einnehmen. 

In der Tierproduktion ist das Futter der wichtigste Faktor bezüglich des CO2-Fußabdruckes. Für Cord Schiplage ist es deshalb nur folgerichtig, dass die Futtermittelbranche Partner der Landwirtinnen und Landwirte für die Reduzierung von Emissionen ist. 

Effiziente Mast reduziert Emissionen

Die Umweltwirkung speziell der Geflügelfütterung wurde von Antonia Hermes näher beleuchtet. Sie ist Nachhaltigkeitsmanagerin der FutterAllianz. Sie stellte den aktuellen Stand der QS-Klimaplattform vor und beleuchtete mit einigen Beispielen die Effekte von Haltungskonzepten und Fütterungsstrategien auf die CO2-Emissionen. Auch sie machte deutlich, dass eine effiziente Mast mit guten Futterverwertungen der größte Hebel bei der Reduktion der Emissionen und damit auf den CO2-Fußabdruck ist.

Zum Abschluss stellte Dr. Henrike Glawatz, Produktmanagerin Hähnchen- und Putenfutter in der FutterAllianz, wichtige Stellschrauben zur Unterstützung der Darmgesundheit beim Mastgeflügel dar. Eine diesbezüglich positive Wirkung haben die Managementmaßnahmen im Stall, aber ebenso die Futterzusammensetzung und oder der Einsatz von Zusatzstoffen. Für jedes Haltungskonzept müssen diese Stellschrauben ganzheitlich betrachtet und abgestimmt werden. 

PM/Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Fleming und Wendeln

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