Politik trifft Praxis: Hähnchenbranche diskutiert Zukunft mit Alois Rainer
23 Juli 2026
Agribusiness
Bundesminister Alois Rainer war zu Gast bei der Rothkötter Mästergemeinschaft in Lingen.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellte sich in Lingen (Niedersachsen) den Fragen der Hähnchenbranche. Bei der Mitgliederversammlung der Rothkötter Mästergemeinschaft ging es um Wettbewerbsfähigkeit, politische Rahmenbedingungen und die Zukunft der deutschen Geflügelhaltung.
Der Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bei der Rothkötter Mästergemeinschaft sorgte für einen vollen Saal: Mehr als 400 Landwirte und Gäste waren ins emsländische Lingen (Niedersachsen) gekommen, um beim Austausch zwischen Politik und Praxis dabei zu sein.
In seinem Grußwort würdigte der Minister die Leistungen der Branche und hob die Bedeutung einer leistungsfähigen Geflügelproduktion in Deutschland hervor. Rainer betonte, dass er sich freue, vor Ort mit so vielen Landwirten zu sein. Denn: Tragfähige Lösungen könnten nur im kontinuierlichen Austausch entstehen und so die heimische Landwirtschaft sichern.
Die unternehmenseigene Kita „Küken and Friends“ überreichte das Bild eines selbstgemalten Hähnchens an den Minister.
Versorgungssicherheit rückt in den Fokus
Als Vorsitzender der Mästergemeinschaft eröffnete Philipp Beckhove die Versammlung und führte durch das Programm. Geschäftsführer Jan-Niklas Rothkötter und Christian Emthaus ordneten die aktuelle Marktentwicklung im Bereich Hähnchenfleisch ein. Deutsche Ware wird weiterhin geschätzt und nachgefragt. Das Thema Versorgungssicherheit rückt dabei immer stärker in den Fokus.
Der Markt zeigt weiterhin klare Wachstumstendenzen: Hähnchenfleisch bleibt für Verbraucher ein alltagstaugliches, gesundes, proteinreiches und breit nachgefragtes Produkt – der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ist mittlerweile auf über 17 kg gestiegen.
Selbstversorgungsgrad unter 100 Prozent gesunken
Dadurch verändert sich die Versorgungslage strukturell: Der Selbstversorgungsgrad bei Hähnchenfleisch in Deutschland ist erstmals unter 100 Prozent gesunken. Um die steigende Nachfrage weiterhin zuverlässig mit heimischer deutscher Ware decken zu können, sind zusätzliche Produktionskapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich – von der Aufzucht und Mast bis zur Verarbeitung, so ein Appell Richtung Bundesminister Rainer.
Die Hähnchenmast biete, wie aktuell fast kein anderer Bereich in der Landwirtschaft, weiterhin Potenzial, durch moderne Stallkonzepte, effizientere Prozesse und Investitionen. Voraussetzung für die Umsetzung seien entsprechende Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, so die Redner.
Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), plädierte in Lingen für eigenständiges Denken, das Argumente prüft und Fakten einordnet: „Politische Entscheidungen müssen sich an Fakten, Folgen und tatsächlichen Wirkungen messen lassen.“ Gerade in der landwirtschaftlichen Praxis würden Entwicklungen oft erkannt, bevor sie in der Politik ankämen. Denn: Landwirte arbeiteten jeden Tag mit den Tieren, verantworteten die Abläufe im Stall und sähen die Folgen von Entscheidungen direkt.
Auf dem Podium in Lingen: (v.l.n.r.) Friedrich-Otto Ripke, Hans-Peter Goldnick, Jan-Niklas Rothkötter, Philipp Beckhove, Alois Rainer, Franz-Josef Rothkötter und Christian Emthaus.
Tempo für Investitionen und Innovationen
An diese Einordnung knüpfte Friedrich-Otto Ripke, Vorsitzender des Niedersächsischen Geflügelwirtschaft Landesverbandes e.V. (NGW), an. Er unterstrich die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ein konstruktives Miteinander von Politik, Landwirtschaft und Wirtschaft. „Die Herausforderungen sind groß – und genau deshalb müssen wir bei Innovationen, Investitionen und Zusammenarbeit Tempo machen“, so Ripke.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung besuchte Bundesminister Alois Rainer Emsland Frischgeflügel in Haren. Dabei zeigte er sich beeindruckt vom hohen Automatisierungsgrad sowie von Organisation, Ausstattung und Prozessführung am Standort.
Mästergemeinschaft wertet Besuch positiv
Die Rothkötter Mästergemeinschaft e.V. wertet den Besuch des Bundesministers als wichtiges Signal für den Dialog zwischen Politik und Praxis. Der persönliche Austausch verdeutliche die Bedeutung der Hähnchenwirtschaft als wichtigen Bestandteil der deutschen Ernährungswirtschaft. Der Besuch habe die Notwendigkeit unterstrichen, die Herausforderungen der Branche gemeinsam anzugehen.
Das ist die Rothkötter UnternehmensgruppeDie Rothkötter Unternehmensgruppe wurde 1959 als Futtermittelhandel gegründet. Heute beschäftigt die Gruppe ca. 4.500 Mitarbeiter an sechs Produktionsstandorten in Norddeutschland und erwirtschaftete in 2024/25 einen Umsatz von ca. 1,87 Mrd. Euro. Zur Gruppe gehören die drei Rothkötter Mischfutterwerke in Meppen, Haren und Boizenburg, die Emsland Brüterei in Dohren sowie die beiden Hähnchenverarbeitungsbetriebe Emsland Frischgeflügel in Haren und Celler Land Frischgeflügel in Wietze. Als vertikal integrierter Anbieter ist Rothkötter ein starker Partner in der Region, der Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Investitionen vor Ort sichert und sich entsprechend engagiert.
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PM/Christa Diekmann-Lenartz
Bild:
Rothkötter
Quelle:
Rothkötter
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