Das Verbot des Kükentötens hat in Deutschland dazu geführt, dass verschiedene Verfahren zur Geschlechtsbestimmung bereits im Brutei entwickelt wurden. Eines davon ist „Cheggy“, das für Braunleger geeignet ist. Erstmals kommt „Cheggy“ jetzt auch in Südamerika zum Einsatz.
Deutschland ist bekanntlich Vorreiter beim Verbot, die männlichen Eintagsküken von Legerassen zu töten. Seit Anfang 2022 gilt dieses Verbot, das weitreichende Folgen für die Brütereien-Landschaft und den Eiermarkt hierzulande hatte.
Cheggy: Nur für Braunleger geeignet
Als Alternative zum Töten der männlichen Eintagsküken von Legerassen wurden in Deutschland verschiedene Verfahren entwickelt, mit denen das Geschlecht der Küken bereits im Brutei erkannt werden kann. Auch in anderen Ländern, in denen es das stringente Verbot des Kükentötens so noch nicht gibt, kommen die neuen Verfahren inzwischen zum Einsatz. „Cheggy“ ist eines dieser Verfahren.
Die Technologie erkennt kontaktlos, schnell und ohne das Ei zu öffnen, das Geschlecht des Embryos. Möglich ist dies, weil weibliche und männliche Embryonen bei braunen Legerassen eine unterschiedliche Gefiederfärbung haben. Gearbeitet wird mit hyperspektraler Messtechnik.
Cheggy-Technologie: Auch schon in den USA im Einsatz
Entwickler von „Cheggy“ ist die Agri Advanced Technologies GmbH (AAT), eine Tochtergesellschaft der EW-Group mit Sitz im niedersächsischen Visbek. „Cheggy“ kommt in der EU bereits in Brütereien in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden zum Einsatz.
Ende vergangenen Jahres wurde der erste „Cheggy“-Automat in einer US-amerikanischen Brüterei aufgebaut. Jetzt folgte der erste Schritt nach Südamerika: Der brasilianischer Bioeier-Produzent Raiar Orgânicos setzt künftig auf diese Technologie.
Hierin sieht AAT laut einer Pressemitteilung einen weiteren internationalen Meilenstein der „Cheggy“-Geschichte. Jörg Hurlin, Geschäftsführer von AAT. „Unsere Technologie ist skalierbar und effizient – das macht sie besonders attraktiv für große Märkte wie Südamerika.“
Tierwohl wird Thema in Brasilien
Eine im Januar 2025 durchgeführte Verbraucherumfrage von Innovate Animal Ag zeigte, dass das Bewusstsein für mehr Tierwohlaspekte in Brasilien wächst und damit auch die Bereitschaft, für Eier mehr zu zahlen, die ohne Kükentöten erzeugt wurden.

































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