Bunte Eier gehören einfach zu Ostern. Doch ein neuer Trend zeigt: Es braucht gar keine künstlichen Farben, um die Eierkörbchen farbenfroh zu füllen.
Immer mehr Menschen entdecken die natürliche Vielfalt der Hühnereier – und machen sich teils sogar auf die Suche nach Höfen, die besonders farbenprächtige Eier anbieten. In Berlin etwa kursieren Berichte, dass Eierliebhaber gezielt Höfe in Brandenburg abklappern, um außergewöhnliche Eier für das Osterfest zu ergattern. Denn wer sie einmal gesehen hat, versteht den Reiz: roséfarbene, olivgrüne, schokoladenbraune oder sogar bläuliche Eier wirken ganz ohne Farbtopf wie kleine Kunstwerke – und finden als dekorative Osterüberraschung sogar ihren Weg auf Märkte und in den Onlinehandel.
Welche Hühner legen bunte Eier?
Verantwortlich für diese natürliche Farbenpracht sind bestimmte Hühnerrassen. Das Hühnereier-Farbspektrum ist sehr breit gefächert – und es ist genetisch bedingt. Besonders bekannt und beliebt wegen ihrer bunten Eier sind zum Beispiel Auracana-Hühner aus Südamerika, Marans-Hühner aus Frankreich, das Deutsche Lachshuhn sowie Wyandotten oder New Hampshire . Sie alle legen Eier mit einem ganz eigenen Farbschimmer – von pastellig bis tiefdunkel.
So steht etwa das Marans-Huhn für schokoladenbraune Eier mit satter Pigmentierung. Je nach Zuchtlinie variieren die Nuancen, manche Eier wirken fast kastanienrot. Durch Kreuzungen verschiedener Hühnerrassen entstehen zudem immer wieder neue Farbtöne – eine wahre Freude für Hobbyhalter und Rassegeflügelzüchter. Das Farbspektrum reicht von Hellgrün bis Moosgrün, von Rosé bis Blau, teils sogar in Grauschwarz.
Wie kommt die Farbe ins Ei?
Die Farbe entsteht nicht auf der Schale, sondern im Inneren der Henne – genauer gesagt in der sogenannten Schalendrüse im Legedarm. Dort werden Pigmente produziert, die sich während des Legevorgangs auf die Schale legen. Der Ursprung dieser Farbstoffe liegt in der Leber: Beim Abbau roter Blutkörperchen entstehen Pigmentteile, die über das Blut in den Eileiter gelangen und dort das Ei einfärben. Eier, die keine Pigmente enthalten, bleiben weiß.
Warum gibt es bunte Eier zu Ostern?
Die Faszination für bunte Eier ist allerdings keine Erfindung unserer Zeit. Ihre Geschichte reicht Jahrtausende zurück. Schon im alten Ägypten galten Eier als Ursprung allen Lebens. In der Antike – etwa im alten Griechenland und in Rom – war es Brauch, zur Tag- und Nachtgleiche bunt gefärbte Eier zu verschenken oder aufzuhängen. Die Eier symbolisierten Fruchtbarkeit, Neubeginn und Wiedergeburt – zentrale Themen des Frühlings und des neuen Jahres.
Auch das Christentum hat sich die Symbolkraft des Eis zu eigen gemacht. Das Küken, das aus dem Ei schlüpft, wurde zum Sinnbild für die Auferstehung Jesu Christi. Entsprechend wurde das Ei zum zentralen Bestandteil des Osterfests. Im Mittelalter färbte man Eier rot – als Erinnerung an das Blut Christi, das bei der Kreuzigung vergossen wurde. Später kamen weitere Farben hinzu.
Ein praktischer Aspekt spielte ebenfalls eine Rolle: Während der Fastenzeit – von Aschermittwoch bis Karfreitag – war es Christen verboten, Eier zu essen. Die Hühner legten aber weiter. Um die Eier haltbar zu machen, kochte man sie – und färbte sie rot, um sie von frischen Eiern unterscheiden zu können. Besonders die in der Karwoche gelegten Eier galten als heilig und wurden zu Ostern geweiht und verschenkt.
Ein Trend mit Ursprung und Zukunft
Heute sind bunte Eier zu Ostern nicht nur Tradition, sondern auch Trend – vor allem, wenn sie auf natürliche Weise entstehen. Die Freude an Ursprünglichkeit, Tierhaltung und Individualität spiegelt sich in der Nachfrage nach farbigen Eiern wider. Sie stehen für Wertschätzung, für Handwerk und für eine bewusste Rückbesinnung auf natürliche Prozesse – gerade in der Osterzeit, die im Zeichen des Neuanfangs steht.

































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