Steigende Energie- und Düngemittelpreise sowie teilweise niedrige Erzeugerpreise verschlechtern die wirtschaftliche Stimmung in der Landwirtschaft weiter. Das zeigt das aktuelle Agrarbarometer der Rentenbank. Trotz des schwächsten Geschäftsklimas seit 2016 investieren viele Betriebe weiter und blicken etwas optimistischer in die Zukunft.
Geschäftsklimaindex fällt auf den niedrigsten Stand seit 2016
Die wirtschaftliche Stimmung in der Landwirtschaft hat sich im Sommer 2026 erneut verschlechtert. Der Agrar-Geschäftsklimaindex der Rentenbank sank von minus 2,6 auf minus 2,9 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2016.
Als wichtigste Ursachen nennen die befragten Landwirte die deutlich gestiegenen Kosten für Energie und Düngemittel sowie teilweise unzureichende Erzeugerpreise. Besonders kritisch beurteilen Ackerbaubetriebe ihre aktuelle wirtschaftliche Lage.
Aktuelle Lage schlechter, Zukunft etwas optimistischer
Die Bewertung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation verschlechterte sich gegenüber dem Frühjahr deutlich. Im Durchschnitt fiel sie auf minus 2,6 Punkte, im Ackerbau sogar auf minus 4,1 Punkte.
Etwas freundlicher fällt dagegen der Blick nach vorn aus. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren verbesserte sich von minus 3,9 auf minus 3,2 Punkte. Viele Betriebe rechnen damit, dass sich die Erzeugerpreise wieder erholen und die Kosten für Betriebsmittel sinken.
Knapp die Hälfte der Befragten erwartet eine unveränderte wirtschaftliche Entwicklung. Elf Prozent gehen sogar von besseren Rahmenbedingungen aus.
Viele Betriebe investieren trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage investieren viele landwirtschaftliche Betriebe weiter. 74 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten investiert. Im Frühjahr lag dieser Anteil noch bei 71 Prozent.
Auch die Investitionsbereitschaft steigt leicht. 57 Prozent planen Investitionen innerhalb der nächsten zwölf Monate. Allerdings zeigt das Agrarbarometer, dass viele Betriebe ihre ursprünglich geplanten Investitionen reduzieren oder verschieben. Ursache sind vor allem starke Preisschwankungen und geopolitische Unsicherheiten, die langfristige Planungen erschweren.
Liquidität verschlechtert sich
Auch die Einschätzung der betrieblichen Liquidität fällt schlechter aus als im Frühjahr. Dennoch bewerten mehr als drei Viertel der befragten Betriebe ihre finanzielle Situation weiterhin als mittel bis sehr gut.
Um Betriebe zu unterstützen, hat die Rentenbank Anfang Juni ein Sonderprogramm zur Liquiditätssicherung aufgelegt. Die zinsvergünstigten Darlehen der „LR-Soforthilfe“ stoßen auf Nachfrage: Bis Mitte Juli sagte die Rentenbank nach eigenen Angaben mehr als 630 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von rund 32 Millionen Euro zu.
Rentenbank sieht Betriebe trotz Krise als widerstandsfähig
Für Rentenbank-Vorständin Nikola Steinbock ist das Agrarbarometer zwar ein Warnsignal, gleichzeitig zeigten die Ergebnisse aber auch die Widerstandskraft der Betriebe. Trotz schwieriger wirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen investierten viele Landwirte weiter in ihre Zukunft. Entscheidend seien nun verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie Investitionen und Innovationen, damit die Betriebe auch künftig wettbewerbsfähig bleiben.




































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