Hohe Energiepreise, teurer Dünger und steigende Betriebskosten belasten viele landwirtschaftliche Betriebe. Die Landwirtschaftliche Rentenbank startet deshalb zum 1. Juni 2026 ein Sonderprogramm zur Liquiditätssicherung. Mit zinsvergünstigten Darlehen sollen Höfe kurzfristige Engpässe überbrücken und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Rentenbank reagiert auf steigende Kosten
Die Landwirtschaftliche Rentenbank legt die Einzelheiten ihres neuen Sonderprogramms zur Liquiditätssicherung vor. Hintergrund sind die stark gestiegenen Kosten für Energie, Dünger und Betriebsmittel, die viele landwirtschaftliche Betriebe zunehmend belasten.
Ab dem 1. Juni 2026 können Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion zinsvergünstigte Darlehen beantragen. Das Programm entstand in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium.
Antragsberechtigt sind Betriebe aus Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau – unabhängig von ihrer Rechtsform oder steuerlichen Einstufung.
Darlehen bis 50.000 Euro ohne Nachweis
Besonders niedrig hält die Rentenbank die Einstiegshürden für kleinere Hilfen. Betriebe können Darlehen bis zu 50.000 Euro erhalten, ohne ihren Liquiditätsbedarf gesondert nachweisen zu müssen.
Darüber hinaus sind höhere Summen möglich. Die maximale Darlehenshöhe richtet sich nach der bewirtschafteten Fläche und liegt bei höchstens 500.000 Euro pro Betrieb.
Die Laufzeit der Kredite beträgt drei Jahre. Insgesamt stellt die Förderbank für das Sonderprogramm 200 Millionen Euro bereit.
Schnelle Hilfe soll Betriebe stabilisieren
Rentenbankchefin Nikola Steinbock betont, dass das Programm bewusst einfach aufgebaut wurde, damit Betriebe rasch Unterstützung erhalten.
Die Kredite laufen über die neue Förderkondition „LR-Soforthilfe“. Die Zinsvergünstigung finanziert die Rentenbank aus eigenen Mitteln.
Steinbock verweist zudem auf die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten. Sie machten deutlich, wie wichtig eine unabhängige Lebensmittelversorgung sei. Eine stabile und wettbewerbsfähige Landwirtschaft bleibe deshalb ein zentrales Ziel.
Ministerium sieht zusätzlichen Schutzschirm
Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sieht viele Betriebe durch die gestiegenen Kosten unter Druck geraten.
Mit den neuen Liquiditätshilfen wolle die Bundesregierung ein zusätzliches Sicherheitsnetz schaffen. Ziel sei es, kurzfristige Finanzierungslücken zu überbrücken und die Betriebe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu stabilisieren.
Nach Angaben des Ministers soll das Programm dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Bauernverband fordert weitere Entlastungen
Trotz des neuen Förderprogramms hält der Bauernverband zusätzliche staatliche Entlastungen weiterhin für notwendig. Viele Betriebe kämpfen seit Monaten mit hohen Produktionskosten und sinkenden finanziellen Spielräumen.
Die kommenden Monate dürften deshalb zeigen, ob die Liquiditätshilfen ausreichen oder weitere politische Maßnahmen folgen müssen.

































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