Der Start des Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten gerät unter Druck. In Griechenland entdeckten Veterinärlabore bei der ersten Lieferung brasilianischer Tiefkühlhähnchen massive Salmonellenbelastungen. Der Vorfall entfacht erneut die Debatte über Importkontrollen, Lebensmittelsicherheit und den Schutz europäischer Erzeuger.
Erste Importlieferung sorgt sofort für Probleme
Die ersten Geflügelimporte aus Brasilien im Rahmen des Mercosur-Abkommens haben in Griechenland erhebliche Probleme ausgelöst. Nach Angaben der Panhellenischen Föderation öffentlicher Geotechnik-Ingenieure waren rund 80 Prozent der getesteten Tiefkühlhähnchen mit Salmonellen belastet.
Die Lieferung umfasste insgesamt drei Tonnen Geflügelfleisch und war die erste Partie, die Griechenland im Zuge des neuen Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten importierte.
Veterinärlabore entdecken Salmonellen
Die Untersuchungen fanden in Veterinärlaboren in Agia Paraskevi bei Athen statt. Die Testergebnisse zeigten laut der griechischen Föderation deutliche Belastungen mit Salmonellen in einem Großteil der Chargen.
Die Behörden schickten die betroffene Lieferung daraufhin umgehend nach Brasilien zurück.
Die Panhellenische Föderation vertritt Ingenieure und Fachkräfte aus Bereichen wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Geologie, die für staatliche Einrichtungen und Behörden arbeiten.
Zweifel an EU-Kontrollen wachsen
Der Vorfall löst nicht nur in Griechenland Diskussionen über die Sicherheit importierter Lebensmittel aus. Kritiker stellen auch die Wirksamkeit der europäischen Kontrollsysteme infrage.
Das Mercosur-Abkommen hatte bereits vor seinem Inkrafttreten heftige Reaktionen von Landwirten und Erzeugern ausgelöst. Trotz der Kritik trat das Abkommen am vergangenen Freitag in Kraft. Die endgültige Ratifizierung durch die EU-Mitgliedstaaten steht jedoch noch aus.
Griechische Behörden kämpfen mit Personalmangel
Die griechische Föderation warnt zudem vor strukturellen Problemen bei den Kontrollen. Nach ihren Angaben fehlen den Veterinärdiensten rund 40 Prozent des notwendigen Personals.
Der Personalmangel beeinträchtige die Überwachung importierter Lebensmittel unmittelbar. Gleichzeitig befürchten Vertreter der Landwirtschaft, dass steigende Importe den heimischen Geflügelsektor zusätzlich unter Druck setzen könnten.
Brasilianische Geflügelbranche schweigt bislang
Die griechische Lebensmittelbehörde EFET hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert.
Auch von der brasilianischen Vereinigung für tierische Proteine, der Brazilian Association of Animal Protein, liegt bisher keine Stellungnahme vor. Beobachter rechnen jedoch damit, dass der Verband zeitnah reagieren wird, um das Vertrauen in die brasilianische Geflügelwirtschaft auf den internationalen Märkten zu sichern.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.