Mindestlohn 2026 bei 13,90 Euro: Landwirte schlagen Alarm

30 Juni 2025
Agribusiness
Erntehelfer Landwirtschaft

Die geplante Mindestlohnerhöhung sorgt in der Landwirtschaft für massive Kritik, da viele Bauern um ihre Existenz und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Höfe fürchten.

Mindestlohn steigt in zwei Stufen bis 2027

Der Mindestlohn in Deutschland soll in zwei Stufen steigen, bleibt jedoch unter 15 Euro. Zum 1. Januar 2026 soll er zunächst auf 13,90 Euro angehoben werden, ein Jahr später auf 14,60 Euro. Diese Empfehlung gab die unabhängige Mindestlohnkommission einstimmig ab. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 12,82 Euro.

Die Kommission setzt sich aus je drei Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie zwei Wissenschaftlern zusammen. Den Vorsitz hat Christiane Schönefeld, ehemals bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Empfehlung muss noch durch eine Rechtsverordnung des Bundesarbeitsministeriums umgesetzt werden. Dabei hat das Ministerium keinen Spielraum.

Bauernverband: Höhere Löhne gefährden Wettbewerbsfähigkeit

In der Landwirtschaft stößt die geplante Erhöhung auf deutliche Kritik. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, sprach von einer „massiven Anhebung“, die viele Betriebe wirtschaftlich überfordern werde. Rukwied warnte, dass sich Deutschland im EU-weiten Wettbewerb nicht behaupten könne und die Produktion ins Ausland verlagert werde. Er forderte erneut eine Ausnahme für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft. Ähnliche Forderungen kamen auch von den Landesbauernverbänden.

Gewerkschaften lehnen Ausnahmen für Landwirtschaft strikt ab

Die Mindestlohnkommission lehnt jedoch Sonderregelungen ab. Laut Schönefeld seien Ausnahmen nicht Aufgabe der Kommission, sondern Sache des Gesetzgebers. Auch Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, betonte, dass politische Einflussnahme die Arbeit der Kommission erschwert habe.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erteilte Forderungen nach Ausnahmen ebenfalls eine klare Absage. Vertreter der Kommission kritisierten übereinstimmend die wiederholten politischen Versuche, auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

Unterstützung erhielt die Kommission hingegen vom Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA). Der Verband lobte, dass die Kommission dem Druck, den Mindestlohn auf 15 Euro anzuheben, nicht nachgegeben habe. Gleichzeitig forderte GLFA-Präsident Hans-Benno Wichert die Bundesregierung auf, kurzfristig Ausnahmen für bestimmte Bereiche wie Obst-, Gemüse- und Weinbau zu schaffen. Wer regionale und umweltfreundliche Landwirtschaft erhalten wolle, müsse laut Wichert jetzt handeln.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Daniel
Quelle: AgE

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