Mindestens 4 Wochen Servicezeit: Das Erfolgsgeheimnis im Hühnerstall

10 Februar 2025
Legehenne
Wissensartikel Jens Kronemeyer

Jens Kronemeyer aus dem niedersächsischen Georgsdorf ist vor sieben Jahren neu in die Legehennenhaltung eingestiegen. Tiergesundheit hat bei ihm oberste Priorität. Dazu gehört auch eine lange Serviceperiode zwischen den Durchgängen. Die macht sich letztlich bezahlt.   

Neueinsteiger in die Legehennenhaltung: So begann alles

Jens Kronemeyer führt zusammen mit seiner Ehefrau Birgit und seinen Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb im niedersächsischen Georgsdorf unweit der Grenze zu den Niederlanden. Vor sieben Jahren hat Familie Kronemeyer den Neueinstieg in die Legehennenhaltung gewagt und bislang keinen Tag bereut: 

„Wir haben uns ab 2017 intensiv mit dem Thema beschäftigt, damals wurden Neueinsteiger gesucht. 2018 haben wir dann den neuen Stall mit gut 15.000 Plätzen gebaut“, erzählt der Landwirt. Heute hält er seine Hennen nach den Kriterien von „KAT tierschutzgeprüft“. Das bedeutet unter anderem mehr Platz für die Tiere. Demzufolge umfasst die aktuelle Herde 12.000 Tiere.

Warum die Stallnähe am Hof ein großer Vorteil ist

Sehr froh war die Familie, dass der Stall direkt angrenzend an die Hofstelle gebaut werden konnte: „Das war emissionstechnisch kein Problem, die Flächen für den Auslauf waren auch hofnah vorhanden“, so der Landwirt. Die Nähe zum Hof erleichtere die Arbeit, man könne schnell mal rüber laufen und habe einfach gut im Blick, auch, was sich um den Stall tue.

In den ersten Jahren lieferten Kronemeyers ihre Eier in ein regionales Markenprogramm der Bünting-Unternehmensgruppe („Goldmarie“), die in Niedersachsen und im nördlichen Nordrhein-Westfalen zahlreiche Supermärkte betreibt (Famila-, Combi-, Markant-Märkte). Diese Zusammenarbeit lief sehr gut. 

Der Legehennenstall von Familie Kronemeyer befindet sich direkt an der Hofstelle.

Weiße Hennen für neuen Vermarkter

Durch die Neuorganisation der Bünting-Markenwelt arbeitet er seit dem jüngsten Durchgang nun mit einem neuen Vermarkter. Auf dessen Wunsch wurden im Februar vergangenen Jahres erstmals weiße Legehennen eingestallt. Die ersten vier Durchgänge hatte Kronemeyer braune Herkünfte im Stall. 

Er ist mit der aktuellen Herde sehr zufrieden. Auch nach einem Jahr im Betrieb sind die Tiere sehr agil bei bestem Gefiederzustand. Die Legeleistung lag in der 65. Legewoche bei 94,5 Prozent. Für diese tolle Leistung macht Jens Kronemeyer zum einen die Herkunft der Tiere, deren gute Aufzucht und einen reibungslosen Übergang zwischen Aufzucht- und Legebetrieb verantwortlich.
Zum anderen aber spielt seines Erachtens die Tiergesundheit eine große Rolle – und die ist eben auf sehr hohem Niveau in seinem Betrieb: „Nur wenn die Tiere gesund sind, können sie gute Leistungen bringen“, weiß er. 

Dementsprechend konsequent ist er in Sachen Biosicherheit. Das schützt seinen Betrieb nicht nur vor der Vogelgrippe. Die ist dadurch, dass sie inzwischen weit verbreitet ist in der Wildvogelpopulation, zur beständigen Bedrohung für jeden Geflügelbetrieb geworden. Das gilt vor allem natürlich in Betrieben mit offenen Ställen wie Puten- oder eben Freiland-Legehennenställen.  

Biosicherheit im Stall: Schutz vor Vogelgrippe und Milben

Eine optimierte Biosicherheit schützt den wertvollen Tierbestand auch vor Einträgen mit anderen Erregern - oder vor der gefürchteten Roten Vogelmilbe. Nicht ohne Stolz erzählt Kronemeyer, dass in seinem Stall bisher noch keine Milben gefunden wurden nach vier Durchgängen. Die Plagegeister bedeuten bekanntlich nicht nur Leistungseinbußen und gestresste Tiere im Stall, die Milben können auch Krankheitsüberträger sein. 

Hygieneschleuse konsequent leben

Bei Kronemeyers wird die Hygieneschleuse konsequent gelebt. Vor jedem Eintritt in den Stall geht es durch die Hygieneschleuse: „Wenn wir im Eierpackraum arbeiten und müssen noch mal in den Stall, geht das nur mit Schuh- und Kleiderwechsel, Händewaschen und desinfizieren.“, berichtet er. Die Stallkleidung wird direkt vor Ort gewaschen, die Waschmaschine steht im Bereich der Hygieneschleuse mit Dusche etc. 

Unverzichtbar ist für Jens Kronemeyer eine ausreichend lange Serviceperiode von mindestens vier Wochen zwischen zwei Durchgängen: „Oft sind zwei Wochen Standard, meiner Meinung nach reicht das einfach nicht aus für eine Top-Vorbereitung“, ist seine klare Meinung dazu.    

Die weißen Legehennen sehen nach über einem Jahr im Betrieb sehr gut aus.

Auch im Betrieb Kronemeyer erledigt ein Dienstleister die Reinigung des Stalles nach dem Ausstallen: „Das dauert in der Regel schon eine knappe Woche“, sagt er. Bei ihm geht es dann noch einmal ans „Eingemachte“: Jens Kronemeyer greift selbst noch mal zum Hochdruckreiniger, keine Ecke, keine Ritze darf vergessen werden. Erst dann folgt die Desinfektion und hinterher ausreichend Zeit, den Stall zu trocknen. Die Serviceperiode wird zudem genutzt, um immer mal anfallende Reparaturen im Stall durchzuführen, Wasser- und Futterversorgung zu checken etc. 

Mäusebekämpfung: So hält Kronemeyer seinen Stall frei von Schädlingen

Wichtig ist für Jens Kronemeyer die zusätzliche Mäusebekämpfung im Stall in der Serviceperiode: „Dauert der Leerstand nur zwei Wochen, sind die Mäuse nach Einstallen der neuen Herde schnell wieder da. Wird ihnen länger das Futter entzogen, gehen sie gut an die Fraßköder.“ Die laufende Schadnagerbekämpfung im Außenbereich hat er an eine Fachfirma vergeben.

Legehennenhalter Kronemeyer, dessen zweiter Hauptbetriebszweig der Kartoffelanbau ist, sieht zuversichtlich in die Zukunft. Eier sind gefragt, die Nachfrage steigt noch hierzulande. Er kann sich durchaus vorstellen, weiter in diesen Bereich zu investieren: „Es muss aber alles noch passen, zum Beispiel auch von der Arbeitsbelastung her“, sagt er. „Halbe Sachen“ sind nicht sein Ding.

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

Mehr von diesem Autor
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.

Pluriton – Eintagsküken und Junghennen

Pluriton leistet einen wichtigen Beitrag zu einem innovativen und fortschrittlichen Legehennensektor. Jeden Tag wieder schaffen wir die Grundlage für gesunde, vitale Eintagsküken und Legehennen. Ganz gleich, ob es sich um Volieren-, Freiland- oder ökologische Legehennenhaltung handelt und unter Einhaltung der 5 mal D. Dies machen wir gemeinsam mit dem Sektor auf transparente und nachhaltige Weise.

Wir glauben an eine gesunde Zukunft für die heutige Generation und zukünftige Generationen. Jeden Tag aufs Neue sind wir der Ausgangspunkt von BRIGHT NEW LIFE.

Pluriton

Postanschrift: Postbus 1, 6740 AA Lunteren, Niederlande
Besucheradresse: Postweg 146, 6741 MN Lunteren, Niederlande
Tel.: +31 318 486769
E-Mail: info@pluriton.com