Die Geflügelbranche in Niedersachsen ist von der Vogelgrippe schwer betroffen: Über 1 Mio. Tiere mussten seit dem 15. Oktober getötet werden. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) sieht in der teils hohen Geflügeldichte einen „wesentlichen Faktor, der die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs erhöhe“.
Das Bundesland Niedersachsen ist in Deutschland Geflügelland Nr. 1. Ca. 37 Prozent aller deutschen Legehennen leben hier, bei Masthähnchen und Puten steht Niedersachsen ebenfalls an der Spitze. In diesem Herbst/Winter ist Niedersachsen erheblich von der Vogelgrippe betroffen.
Seit Jahresbeginn sind mehr als eine Million Tiere in niedersächsischen Geflügelhaltungen aufgrund des Nachweises der Vogelgrippe getötet worden. Seit dem 15. Oktober, dem Beginn der aktuellen Erkrankungswelle in Geflügelbeständen, waren es über 50 Ausbrüche.
Geflügelstarke Landkreise besonders betroffen
Besonders betroffen ist der geflügelintensive Landkreis Cloppenburg mit 24 Ausbruchsbetrieben. Dort mussten insgesamt 255.100 Puten und 5.300 Enten getötet werden bzw. sind verendet (Stand 17. November 2025). Auch im Landkreis Vechta gab es in dieser Zeit acht Ausbrüche mit rund 412.000 getöteten Tieren. Hier waren vor allem die Legehennen mit 302.140 Tieren betroffen. In beiden Landkreisen mit hoher Geflügeldichte seien vor allem Stallhaltungen betroffen, so eine Pressemeldung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.
Darin ruft Ministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) alle Betriebe weiterhin zu strikter Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen sowie unverzüglicher Meldung von Verdachtsfällen auf. Weiterhin sieht sie strukturelle Mängel: Die teils hohe Geflügeldichte sei ein wesentlicher Faktor, der die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs erhöhe. Sie beruft sich dabei auf Gespräche mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern –unter anderem vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, vom Friedrich-Loeffler-Institut und der Tierseuchenkasse.
Krisenresiliente Haltungsformen weiterentwickeln
Ihres Erachtens müsse man Haltungsformen krisenresilient und tierwohlorientiert weiterentwickeln. Für sie sei klar: „Die Vogelgrippe ist im Wildvogelbestand endemisch – daher werden wir nun über den mittel- und langfristigen Umgang bei Geflügelhaltungen sprechen müssen, um traurige Negativrekorde wie diesen in Zukunft zu verhindern.“
Beim massiven Vogelgrippe-Geschehen im Herbst/Winter 2021/22 gab es in Niedersachsen in beiden Jahren auch jeweils über 1 Mio. getötete Tiere. 1,17 Mio. waren es 2021, im Jahr 2022 1,25 Mio. Tiere.

































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