Küken verraten mit ihrem Piepsen ihren Stress – Neue Studie will Tierwohl per KI-Monitoring steigern

26 Oktober 2025
Stallmanagement
Küken Piepsen

Küken senden mit ihrem Piepsen klare Signale über Stress und Wohlbefinden. Britische Forscher haben herausgefunden, dass künstliche Intelligenz diese Töne auswerten kann, um das Tierwohl zu steigern.

Neue Forschungsergebnisse von vier britischen Universitäten zeigen, dass Küken mit ihren Pieptönen ausdrücken können, wie sie sich fühlen. Durch die Beobachtung der Tonhöhe, Länge und Klarheit ihrer Pieptöne können Systeme Signale von Stress oder Unruhe schneller erkennen.

Britische Forscher untersuchen Piepsverhalten in Labortests 

Forscherinnen und Forscher der Universitäten Hartpury, Plymouth, Newcastle und Mississippi untersuchten eine britische Legehennenrasse in zwei Laborexperimenten. Im ersten Versuch wurde ein Küken einzeln und ohne Ablenkung in Isolation gesetzt. Im zweiten Versuch platzierten die Wissenschaftler einen Spiegel neben das Küken, sodass es durch die Spiegelung den Eindruck hatte, ein Artgenosse sei anwesend.

In beiden Tests zeichneten die Forschenden die Pieplaute der Küken – also ihre typischen Stressrufe – auf. Anschließend wurden die Aufnahmen hinsichtlich Tonhöhe, Lautstärke, Dauer und Klangqualität analysiert. Ziel war es, herauszufinden, wie sich Stress oder Aufregung auf die Tonlage, Lautstärke, Länge und Klarheit der Rufe auswirken.

Küken kommunizieren Stress über ihre Pieptöne

Küken, die allein gehalten wurden, gaben lautere, höhere und längere Pieptöne von sich – zudem klangen diese verzerrter als die Rufe von Küken mit Spiegel. Das weist auf ein höheres Stressniveau hin, da die Laute ohne Spiegel deutlich intensiver ausfielen. Die Anwesenheit des Spiegels, der dem Küken den Eindruck vermittelte, nicht allein zu sein, senkte hingegen die Lautstärke der Rufe. Offenbar fühlten sich die Tiere dadurch sicherer.

Diese Ergebnisse bestätigen frühere Erkenntnisse aus der Säugetierforschung: Tonaufnahmen können genutzt werden, um das Wohlbefinden von Tieren mithilfe technischer Systeme wie künstlicher Intelligenz (KI) zu erfassen und zu verbessern.

„Die Studie zeigt, dass die Laute von Tieren Aufschluss über ihr Befinden geben können – ähnlich wie man bei Menschen an der Stimme erkennt, ob sie gestresst oder besorgt sind“, erklärt Forscher Ben Brilot von der Hartpury University. „Dieses Wissen lässt sich in KI-gestützten Überwachungssystemen einsetzen, insbesondere dort, wo eine dauerhafte menschliche Kontrolle nicht möglich ist.“

Geflügelnews
Bild: Bram Teeuwsen
Quelle: Lorena Bronk

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