Hof erben ohne Streit: Was Landwirte beim Erbrecht wissen müssen

07 April 2025
Deutschland
Hofübergabe

Der plötzliche Tod eines Betriebsleiters trifft Familienbetriebe hart – besonders dann, wenn kein Testament vorliegt. Laut Ecovis-Steuerberater Mauritz von Wersebe sind in einem solchen Fall schnelle und durchdachte Entscheidungen notwendig, um steuerliche Nachteile zu vermeiden.

Erbausschlagung: Wann sie für Landwirte sinnvoll ist

Wie die Ecovis Agrar erklärt, kann es in bestimmten Fällen ratsam sein, eine Erbschaft auszuschlagen – etwa aus steuerlichen Gründen. Diese Entscheidung sollte jedoch wohlüberlegt sein. Wichtig ist auch, dass Erben die gesetzliche Ausschlagungsfrist von sechs Wochen einhalten. Innerhalb dieser Frist kann ein Erbe abgelehnt werden, auch wenn die Person durch die gesetzliche Erbfolge vorgesehen ist.

Vorsicht Erbengemeinschaft: Steuerfalle bei der Hofnachfolge

Gibt es mehrere Erben, ist eine Erbengemeinschaft in landwirtschaftlichen Fällen oft problematisch. Denn wird der Hof zunächst gemeinschaftlich geerbt und später unter den Miterben aufgeteilt, kann das laut Ecovis Agrar zu einer doppelten Erbschaftssteuer führen. Mauritz von Wersebe warnt in diesem Zusammenhang vor einem „doppelten Erwerb“ innerhalb kurzer Zeit, der steuerlich teuer werden kann.

Mit Abfindung erben: Diese Strategie kann Konflikte lösen

Um unerwünschte Steuerfolgen zu vermeiden, kommt als Strategie die Erbausschlagung gegen Abfindung infrage. Dabei verzichtet ein potenzieller Erbe auf seinen Anteil am Nachlass, erhält im Gegenzug aber eine Abfindung – etwa ein Mietshaus, Geld oder sogar den gesamten Hof. 

Möglich sind auch Nutzungsrechte, zum Beispiel ein Wohn- oder Nießbrauchsrecht am Betrieb. Der Nachlass geht dann direkt an die nächsten Erben, die gleichzeitig verpflichtet sind, die vereinbarte Abfindung zu leisten.

Steuerliche Folgen bei Entnahme aus dem Betriebsvermögen

Kommt es im Zuge einer Abfindung zu einer Übertragung von Betriebsteilen – etwa Grundstücken – an den Ausschlagenden, kann dies als Entnahme aus dem Betriebsvermögen gewertet werden. In diesem Fall müssen die übernehmenden Erben Einkommensteuer zahlen. Von Wersebe betont, dass all diese Punkte frühzeitig geklärt werden müssen, um die Sechs-Wochen-Frist zur Erbausschlagung nicht zu versäumen. Eine Fristverlängerung ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Fazit und Quelle

Die Regelung der Hofnachfolge sollte frühzeitig und sorgfältig geplant werden, um Erbstreitigkeiten und steuerliche Nachteile zu vermeiden. Laut Ecovis Agrar ist die Erbausschlagung – gegebenenfalls mit Abfindung – ein wirksames Mittel, um Probleme rund um Erbengemeinschaften und doppelte Besteuerung zu umgehen.

Quelle: agrarheute Imke Harms
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Geflügelnews
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Quelle: agrarheute, imke harms

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