Die Tierhaltung in Deutschland schrumpft – mit einer wichtigen Ausnahme: der Geflügelhaltung. Während immer mehr Betriebe aufgeben, wächst die Zahl der Legehennenplätze deutlich. Der aktuelle Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) macht sichtbar, wie stark sich Strukturen, Regionen und Haltungsformen verändert haben. Wir richten unseren Blick auf die Geflügelwirtschaft.
Niedersachsen – das Zentrum der deutschen Geflügelwirtschaft
Tierhaltung verteilt sich in Deutschland nicht gleichmäßig. Besonders intensiv wirtschaften Betriebe in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dort kommen 1,5 beziehungsweise 1,6 Großvieheinheiten je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche zusammen. Auch Bayern liegt mit 1,1 GVE je Hektar über dem Bundesdurchschnitt.
Die einzelnen Tierarten prägen die Regionen unterschiedlich. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen halten zusammen fast zwei Drittel aller Schweine. In der Geflügelhaltung nimmt Niedersachsen eine Schlüsselrolle ein: 46 Prozent aller Haltungsplätze für Geflügel befinden sich dort. Damit bleibt das Bundesland das Zentrum der deutschen Geflügelwirtschaft.
Weniger Tierhalter
Der Strukturwandel schreitet weiter voran. Zwischen 2013 und 2023 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um rund elf Prozent. Noch stärker traf es die tierhaltenden Betriebe: Ihr Anteil ging um 19 Prozent zurück.
Die Zahlen der amtlichen Viehzählung vom Mai 2024 bestätigen diesen Trend. Immer weniger Betriebe halten Nutztiere, zugleich konzentrieren sich die Bestände auf weniger Höfe.
Legehennenhaltung wächst trotz Strukturwandel
Entgegen dem allgemeinen Rückgang entwickelt sich die Legehennenhaltung dynamisch. Im Jahr 2020 verfügten 46.700 Betriebe über insgesamt 60,9 Millionen Haltungsplätze für Legehennen. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Plätze um 43 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der Betriebe um rund 20 Prozent.
Diese Entwicklung zeigt: Die Legehennenhaltung wächst vor allem über größere Einheiten. Gut 1.100 Betriebe halten jeweils mehr als 10.000 Hennen. Auf sie entfallen rund 87 Prozent aller Legehennenplätze in Deutschland.
Bodenhaltung bleibt Standard, Freiland legt stark zu
Die Bodenhaltung dominiert weiterhin die Legehennenhaltung. Zwischen 2010 und 2020 wuchs die Zahl der Bodenhaltungsplätze um 40 Prozent auf 39,4 Millionen. Ihr Anteil lag 2020 bei 65 Prozent und blieb damit nahezu stabil.
Deutlich an Bedeutung gewann die Freilandhaltung. Ihr Anteil stieg im gleichen Zeitraum von 17 auf 31 Prozent. Damit entwickelte sie sich zur zweitwichtigsten Haltungsform. Der Trend spiegelt die steigende Nachfrage nach Eiern aus alternativen Haltungsformen wider und prägt die Investitionsentscheidungen vieler Betriebe.
































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