55,5 Millionen Euro für Orbem: KI und MRT sollen die Geflügelindustrie weiter verändern

20 Januar 2026
Deutschland
orbem

(v.l.n.r.: Dr. Miguel Molina (CTO & Co-Founder), Dr. Maria Laparidou (CSO & Co-Founder), Dr. Pedro Gómez (CEO & Co-Founder), Benjamin Rauser (CCO)).

Das Münchener Deeptech-Unternehmen Orbem treibt den Ausbau seiner KI-gestützten MRT-Technologie voran. Mit einer Series-B-Finanzierung über 55,5 Millionen Euro will das Unternehmen seine Lösungen weiter skalieren – vor allem für die Geflügelindustrie, die seit Beginn der Unternehmensgeschichte im Fokus steht.

Series-B-Finanzierung stärkt Wachstumskurs

Orbem hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 55,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom europäischen Deeptech-Investor Innovation Industries. Auch Supernova Invest beteiligt sich maßgeblich. Zu den bestehenden Geldgebern zählen General Catalyst, 83North, The Venture Collective, Possible Ventures sowie mehrere Angel-Investoren.

Mit dem frischen Kapital will Orbem die nächste Generation seiner KI-gestützten MRT-Lösungen entwickeln und international ausrollen. Ein zentraler Fokus bleibt dabei der Geflügelsektor.

Enge Partnerschaft mit der Geflügelindustrie

Die Zusammenarbeit mit der Geflügelwirtschaft prägt Orbem seit der Gründung. Das Unternehmen hat mit Genus Focus eine Lösung zur nicht-invasiven In-ovo-Geschlechtsbestimmung etabliert. Die Technologie ist inzwischen in fünf Ländern im Einsatz. Mehr als 170 Millionen Eier wurden bereits gescannt und sortiert.

Ergänzend hat Orbem mit Genus Scale eine Technologie zur Erkennung des Befruchtungsstatus vor der Inkubation auf den Markt gebracht. Brütereien können damit Kapazitäten in ihren Brutapparaten sparen und zusätzliche Erlösmodelle erschließen.

Mehrwert durch Skalierung und neue Anwendungen

Die aktuelle Finanzierung schafft die Grundlage, um den Nutzen der bestehenden Lösungen für Geflügelbetriebe weiter auszubauen. Orbem plant, seine Technologie über die bisherige Geschlechts- und Befruchtungsanalyse hinaus zu entwickeln und zusätzliche Informationen aus jedem Ei zu gewinnen.

Parallel investiert das Unternehmen in leistungsfähigere Hardware und Software. Ziel ist es, Systeme schneller, robuster und präziser zu machen und sie an wachsende Betriebsgrößen anzupassen.

Von Daten zu Entscheidungen

Orbem will künftig nicht nur Daten liefern, sondern konkrete Handlungsempfehlungen ermöglichen. Neue Tools sollen die Scan-Ergebnisse so aufbereiten, dass Brütereien ihre Prozesse gezielt steuern und optimieren können. Damit rückt die operative Nutzung der Daten stärker in den Mittelpunkt.

Expansion in den US-Markt

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Expansion. Mit einem neuen Standort in Houston, Texas, baut Orbem seine Präsenz in den USA aus. Ein eigenes Support-Team soll amerikanische Partner direkt vor Ort betreuen und den Einsatz der Technologie begleiten.

Nachhaltige Lebensmittelproduktion als Leitbild

„Unsere Partnerschaft mit der Geflügelindustrie war unser Ausgangspunkt und bleibt der Kern unseres Handelns“, sagt Orbem-Mitgründer und CEO Dr. Pedro Gómez. Die neue Finanzierung ermögliche es, die Zusammenarbeit mit Brütereien zu vertiefen und Werkzeuge zu entwickeln, die Transparenz und Effizienz weiter erhöhen. Auch wenn sich die Technologie inzwischen auf andere Bereiche wie die Obstproduktion übertragen lasse, bleibe die Geflügelindustrie der wichtigste Innovationstreiber.

Geflügelnews, PM, Orbem
Bild: Orbem

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