Symbolbild
Nach der Veröffentlichung heimlich gefilmter Aufnahmen aus drei brandenburgischen Hähnchenmastanlagen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Der Landesbauernverband reagiert betroffen.
Ermittlungen wegen mutmaßlicher Tierquälerei
In Brandenburg stehen drei große Hähnchenmastanlagen im Fokus der Justiz. Die Staatsanwaltschaften in Frankfurt (Oder) und Neuruppin haben Ermittlungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Zuvor hatte die Tierrechtsorganisation Aninova Anfang Oktober verdeckt aufgenommenes Bildmaterial aus den Betrieben veröffentlicht.
Die Aufnahmen, die unter anderem in der ARD-Sendung Report Mainz gezeigt wurden, sollen kranke, verletzte und tote Tiere in den Ställen dokumentieren. Laut Aninova seien die Tiere dicht gedrängt, häufig ohne Tageslicht, mit offenen Wunden, deformierten Gliedmaßen und fehlendem Beschäftigungsmaterial gehalten worden. Zudem sei es zu baulichen Mängeln und unzureichender Ausstattung gekommen.
Verband fordert Aufklärung der Missstände
Betroffen sind Hähnchenmastanlagen in Stechlin (Landkreis Oberhavel), Storkow (Landkreis Oder-Spree) und Mollnitz (Landkreis Prignitz). Alle drei Betriebe waren bis zu den Enthüllungen nach Angaben des Landesbauernverbands Brandenburg (LBV) mit dem Label der Initiative Tierwohl (ITW) ausgezeichnet und im QS-Prüfsystem integriert.
LBV-Präsident Henrik Wendorff zeigte sich über die Vorwürfe betroffen: „Die veröffentlichten Bilder der erkrankten und toten Tiere – illegal aufgenommen oder nicht – lassen auch uns nicht kalt“, erklärte Wendorff. Auch wenn es schwer sei, „eine Diagnose von außen anzustellen“, drohten den Unternehmen „einschneidende Konsequenzen“ wie der Entzug des Qualitätssiegels für das QS-Prüfsystem in der Hähnchenmast sowie die Rücknahme der Eingruppierung in eine höhere Haltungsstufe in der Initiative Tierwohl (ITW).
Er sei allerdings zuversichtlich, dass die Unternehmensleitungen die möglichen Konsequenzen im Blick haben „und intensiv daran arbeiten, die Ursachen für die Tierwohlverstöße aufzuklären und im eigenen Interesse zu beseitigen“.
Lieferant für KFC
Alle drei Betriebe beliefern, so Aninova, den in den Niederlanden beheimateten Schlachtkonzern Plukon, einer der größten Verarbeiter von Geflügelfleisch in Europa. Das Unternehmen betreibt in Deutschland mehrere große Schlachthöfe, darunter einen im brandenburgischen Storkow. Plukon wiederum liefert einen Teil der geschlachteten Tiere an die Fastfood-Restaurantkette Kentucky Fried Chicken (KFC).
Nach der Berichterstattung teilte KFC mit: „Wir haben uns sofort, nachdem wir von dem Vorfall erfahren haben, mit Plukon in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen zu erhalten. Nach deren Einschätzung stammt weniger als ein Prozent unseres gesamten Hähnchenbezugs in Deutschland aus den genannten Betrieben. Diese Betriebe wurden sofort ausgelistet, und wir untersuchen den Sachverhalt gemeinsam mit Plukon weiter. “
Ergebnisse der laufenden Verfahren stehen noch aus.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.