Geflügel treibt Gewinn beim brasilianischen Fleischriesen JBS

31 März 2025
Markt Geflügelfleisch
Firmensitz JBS

Die US-Geflügelsparte bleibt 2024 die wichtigste Gewinnquelle von JBS, während der Konzern mit dem Einstieg in den Eiermarkt sein Geflügelgeschäft strategisch erweitert.

Geflügelgeschäft in den USA bleibt stärkster Wachstumstreiber

Der brasilianische Fleischkonzern JBS S.A. hat seine wirtschaftliche Erholung 2024 abgeschlossen. Besonders relevant für den Geflügelsektor: Die US-Geflügelsparte Pilgrim’s Pride Corporation (PPC) war erneut die profitabelste Konzerneinheit. Trotz einer im Vergleich zu anderen Bereichen moderateren Steigerung von +92 % erreichte das EBITDA von PPC 2,4 Mrd. Euro, so JBS in seinem aktuellen Geschäftsbericht (EBITDA = earnings before interest, taxes, depreciation and amortization = Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern, Abschreibungen für Sachanlagen sowie Abschreibungen für immaterielle Vermögensgegenstände).

Brasilianischer Markt zieht an: Seara Foods mit Rekordplus

Auch im Inlandsgeschäft verzeichnete JBS deutliche Erfolge im Geflügelbereich. Die Tochtergesellschaft Seara Foods, die in Brasilien unter anderem Geflügelprodukte vermarktet, steigerte ihr EBITDA um 366 % auf rund 1,4 Mrd. Euro. Dies zeigt die starke Nachfrage sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch im Exportgeschäft.

Einstieg in Eierproduktion: JBS will Geflügelbereich ausbauen

Neu ist der Einstieg in die Eierproduktion: Anfang 2025 beteiligte sich JBS am brasilianischen Eierproduzenten Mantiqueira Brasil, einem der größten Anbieter des Landes. Mit dieser Investition will der Konzern sein Portfolio erweitern und den Geflügelbereich strategisch diversifizieren, berichtet Agra-Europe (AgE). Eier gelten als wichtiger Bestandteil integrierter Geflügelsysteme, da sie sowohl den Frischemarkt bedienen als auch als Rohstoff für verarbeitete Produkte dienen.

Insgesamt erhöhte JBS 2024 sein bereinigtes EBITDA um 128 % auf rund 6,3 Mrd. Euro, der Umsatz stieg um 15 % auf rund 67,5 Mrd. Euro. Laut Unternehmensangaben waren höhere Preise, größere Absatzmengen sowie eine Überarbeitung des Produktportfolios und Verbesserungen der Produktionseffizienz entscheidend für diesen Erfolg. Auch die Geflügelsparte profitierte davon.

Strategie 2025: Fleischkonzern setzt auf Diversifizierung

Im Rahmen seiner neuen Strategie plant JBS, das Portfolio weiter zu verbreitern und krisenfester aufzustellen. Neben Investitionen in die Schweine- und Rindfleischverarbeitung sowie Halal-Produkte in Saudi-Arabien soll auch die Forschung an Laborfleisch vorangetrieben werden – ein Bereich, der langfristig auch die klassische Geflügelproduktion betreffen könnte.

Laborfleisch und Fleischalternativen: JBS denkt langfristig

Zudem stärkt der Konzern seine Aktivitäten im Markt für Fleischalternativen: Die niederländische Tochter Vivera kündigte an, die Marke „The Vegetarian Butcher“ von Unilever übernehmen zu wollen. Der Abschluss des Geschäfts wird für das dritte Quartal 2025 erwartet. Ziel sei es, das Wachstum in diesem Segment weiter anzukurbeln.

Geflügelnews
Bild: JBS
Quelle: AgE

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