„Zum Glück konnten wir intern vernetzen“

12 August 2024
Niederlande
Landwirt Smid

Hofnachfolger Dirk Smid (26) aus Heemserveen hat Mitleid mit Spitzenbetrieben, die ihren Betrieb weiterführen wollen: "Zum Glück konnten wir unseren Betrieb intern ausbalancieren und so bis 2020 in der Zahl der Legehennen wachsen."

Die vier Legehennenställe des Betriebs waren zuvor mit einem traditionellen Haltungssystem ausgestattet. "Wir waren in der glücklichen Lage, einen internen Ausgleich zu schaffen, indem wir um das Jahr 2020 herum die traditionellen Ställe der Legehennen abrissen und in allen vier Ställen ein Volierensystem bauten. Dank der Güllebelüftung in diesem System konnten wir die Ammoniakemissionen erheblich reduzieren. So konnten wir von 80.000 auf 120.000 Legehennenplätze wachsen", sagt Smid. "Diese Umstellung war jedoch eine erhebliche Investition. Deshalb haben wir auch die Belüftung angepasst, indem wir in unserem größten und neuesten Stall ab 2005 von Unterdruck auf Direktdruckbelüftung umgestellt haben."

Techniken

"Wir haben aber leicht reden, denn wir konnten unsere Pläne verwirklichen", so Smid weiter. Er hat Mitleid mit Spitzenlandwirten, die mit ihren Betrieben weitermachen wollen: "Wenn Sie die Ammoniakemissionen Ihres Betriebs reduzieren, hören Sie irgendwann auf. Es gibt Spitzenlandwirte, die die besten Techniken anwenden, wie zum Beispiel einen Luftwäscher in der Schweinehaltung, und die Ammoniakemissionen ihres Betriebs nicht weiter reduzieren können".

Anfang letzten Jahres kündigte das vorherige niederländische Kabinett seine Absicht an, die Grenzen der Natura 2000-Gebiete anzupassen und sie zu vergrößern. Smid ist strikt dagegen: "Wir sollten die Natura-2000-Gebiete in den Niederlanden nicht ausweiten, sondern Platz für die Viehzucht lassen, damit wir bei der Ernährung nicht vom Ausland abhängig werden. Außerdem sollten die Niederlande mit ihrer Stickstoffpolitik nicht die Vorreiterrolle übernehmen wollen. Sollen doch andere Länder zuerst etwas tun", argumentiert er.

Ideen und Pläne

Bodeneier sind für ihn die am wenigsten lustige Arbeit. "Ich habe sie lieber in Nestern als auf dem Boden. In den ersten Wochen eines Durchgangs muss man so schnell wie möglich Bodeneier sammeln. Später im Durchgang haben wir wenig Arbeit mit ihnen."

Die Familie Smid in Heemserveen (Niederlande) verkauft Eier zu Hause.
Sie verkaufen sowohl weiße Eier aus Bodenhaltung als auch weiße Eier aus Freilandhaltung in ihrem Automaten.
Dirk (zweiter von links), sein Zwillingsbruder André, Vater Hergen (64) und Mutter Jenneke (59) Smid halten 120.000 Legehennen im niederländischen Heemservee.
Dirk Smid: „Es gibt auch einen Milchautomaten, an dem wir Milchprodukte von der Molkerei de Waard und Käse von Weldaad verkaufen. Hier gibt es auch Dosen mit Erfrischungsgetränken und die eigene Tokkel-Creme aus eigenen Eiern. Neben dem Eier- und Kühlautomaten gibt es auch einen Gefrierautomaten mit Hühnern von der Familie Heusinkveld und Eis vom Bauernhof de Saks.“
Dirk (rechts) und sein Zwillingsbruder André werden das Geschäft in Zukunft übernehmen.
Tom Schotman
Bild: Ellen Meinen

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