Mauser von Legehennen – nur zur richtigen Jahreszeit

10 April 2024
Legehenne
Legehennen Mauser Freilandhaltung Auslauf

Auf dem Online-Fachforum für Zweinutzungshühner 2024 präsentierte Jasmin Dürr vom Geflügelhof Dürr & Mager GbR den Abschlussbericht zur Mauser von ÖTZ-Hühnern, der sich damit beschäftigte, wie es nach der Mauser weiterging.

Der im südlichen Hochschwarzwald gelegene Geflügelhof Dürr & Mager GbR umfasst 11 ha Grünland, 6 ha Ackerland und 3 ha Wald. Der Hof hält 3.000 Masthühner in vier Mobilställen (etwa 10.000 Tiere/Jahr), 300 Gänse und 1.000 ÖTZ-Legehennen im Wördekemper Mobilstall mit 192 m². Alle Tiere stammen aus der eigenen Küken-Aufzucht. Der Betrieb unterhält außerdem eine eigene Schlachtung sowie Verarbeitung und vermarktet etwa ein Drittel direkt über den Wochenmarkt und den Rest an Einzelhandel sowie Gastronomie.

Die ÖTZ-Coffee-Herde

Die Küken der ÖTZ-Coffee-Herde aus eigener Aufzucht waren am 3. November 2021 geschlüpft und erreichten ihre Legespitze von 78 % Legeleistung in den Woche 23 bis 29, in der Lebenswoche 30 begann viel Glucken. Im Januar 2023 umfasste die Herde 915 Hennen und 15 Hähne, die zum Start der Legepause 2023 66 Wochen alt waren; die Hennen hatten 46 Wochen gelegt. Zu diesem Zeitpunkt war die Legeleistung auf 62 % gesunken und die Herde wies ein Durchschnittsgewicht von 2,8 kg auf (das Gewicht rangierte von 2,5 kg bis 3,1 kg).

Durchführung der Mauser

Am 6. Februar 2023 wurde das Kunstlicht ausgeschaltet, wodurch neun Stunden Tageslicht verblieben. Die Tiere wurden auf reine Haferfütterung in reduzierter Menge (etwa 60 g/Tier/Tag) umgestellt und erfuhren eine durchgehende Freilandhaltung. Innerhalb von 10 Tagen sank die Legeleistung von 62 % auf nahezu null. Nachdem die Tiere erst 50 % Hafer und 50 % Mastfutter und schließlich 100 % Mastfutter bekamen sowie das Licht stufenweise wieder angeschaltet wurde, stieg die Legeleistung kontinuierlich auf 66 % an.

Die Mauser verlief Jasmin Dürr zufolge problemlos und verursachte bei den Tieren wenig Stress. Die Mortalität hielt sich mit 0,65 % (sechs Tiere) in Grenzen. Die Haferfütterung hatte gut funktioniert und nach Abschluss der Mauser zeigte die Herde eine sehr schöne Befiederung, hatte sich gut regeneriert und produzierte eine sehr gute Ei- sowie Schalenqualität. Durch die Freilandhaltung konnte weiter Eiervermarktung durchgeführt werden.

Die Legeleistung von 66 % hielten die Hennen etwa vier Wochen, dann folgten circa vier Wochen mit 60 %. Danach zeigten sich Schwierigkeiten mit der Stalltechnik und mit dem Befall durch Rote Milben; diese Probleme führten zu Einbrüchen, die eine Legeleistung von etwa 50 % bewirkten. Die Nutzungsdauer konnte um sechs Monate verlängert werden.

Finanzielle Situation während der Legepause

Jasmin Dürr verglich die Kosten und Erlöse, die sich durch die Legepause ergeben, mit denen, die bei der Aufstallung von 1.000 Junghennen entstehen. Naturgemäß sind die Erlöse durch den Verkauf der Eier bei den Junghennen höher, allerdings sind auch die Kosten für die Junghennen selbst und die Futterkosten höher. Jasmin Dürr kam zu dem Schluss - basierend auf den Daten für ihren Betrieb-, dass das finanzielle Risiko durch eine Legepause nicht sehr groß sei, da Kosten und Erlöse in beiden Fällen ähnlich ausfallen – die Aufzucht der Hähne wurde nicht berücksichtigt.

Resümee zur Mauser

Zusammenfassend betonte Jasmin Dürr, dass die Mauser zur richtigen Jahreszeit durchzuführen sei, um Freilandhaltung und Eiervermarktung realisieren zu können. Ob das Durchführen einer Mauser sinnvoll ist, sei stark von der Herde und Legeleistung abhängig. Die Regeneration der Tiere, die verlängerte Haltungsdauer, die Flexibilität des Herdenwechsels und den Umstand, dass keine Hähne aufgezogen werden müssen, betrachtete Jasmin Dürr als Vorteile, sah aber in den ungenutzten Stallplätzen, dem häufigen Fehlen von Eiern und der Unmöglichkeit einer gründlichen Stallreinigung (die für den Milbenbefall verantwortlich zeichnen könnte) auch bedenkenswerte Nachteile.

Magdalena Esterer
Bild: Finn

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