Frische Hähnchenschenkel von Tante Door sind der Renner

03 Januar 2024
Absatz
Landwirte vor der Tür

Die Masthähnchenhalter Willem und Elsbeth van Meijeren aus dem niederländischen Haastrecht verkaufen seit 2020 frische Hähnchen aus ihrem Verkaufsautomaten auf dem Bauernhof. In den Niederlanden waren sie damit die ersten. Drei Jahre später blicken sie mit Stolz auf ihre erfolgreiche Investition und die vielen Kunden zurück, die inzwischen den Weg zu ihnen gefunden haben. "Bei uns kaufen die Leute frisches Hähnchen, das zu Hause direkt in die Pfanne kommt".

Für ihren Betrieb suchten die Landwirte ein zweites Standbein als Ergänzung für die 120 Milchkühe und die 11.000 Masthähnchen des Hähnchenkonzepts Tante Door und fanden es im Ab-Hof-Verkauf von Hähnchenfleisch. Seit November 2020 steht nun im ehemaligen Kuhstall des jahrhundertealten Bauernhofs ein hochmoderner, computergesteuerter Hähnchenprodukt-Automat. "Früher hatten wir Masthähnchen auf dem Dachboden des Stalls, und darunter waren die Kühe", sagt Willem. "Wir wollten etwas, das wir leicht warten können, am besten auch auf unserem eigenen Hof."

Dreißig Hühnerprodukte

Heute ist alles so eingerichtet, dass Leute ihre Autos in der Nähe des Verkaufsautomaten parken können. Insgesamt gibt es etwa 30 Produkte, aber sie sind nicht alle gleichzeitig in der Maschine. Die Nachfrage schwankt von Woche zu Woche, und die Landwirte reagieren darauf. Die Kunden können jedoch alles per Telefon bestellen. "Frische Hähnchenschenkel und Hähnchenfilets sind bei uns der Renner“, sagt Elsbeth. Jedes Produkt bleibt maximal fünf Tage lang im gekühlten Automaten. Danach kommen die Produkte in die Tiefkühltruhe. "Die Kunden können sechs Tage die Woche von 7 bis 21 Uhr bei uns einkaufen."

Über eine App auf ihrem Telefon können die Unternehmer sehen, ob es eine Störung gibt, was verkauft wurde und ob noch genug in der Kühlbox ist. "Wir können alle zwei Tage bei Veldhoven Kipproducten, dem Hähnchenverarbeiter von Tante Door, bestellen", sagt Willem. "Die Kühlanlage war eine große Investition, aber sie ist es auf jeden Fall wert."

Die Entscheidung für das Konzept von Tante Door fiel während eines Messebesuchs. "Wir sprachen mit dem Besitzer und die Geschäftsstrategie gefiel uns. Ein Konzept ohne Freilandhaltung, aber auch ohne den Einsatz von Antibiotika und mit einem garantierten Einkommen."

Tageslicht und Sitzstangen

Als Teilnehmer des Tante Door-Konzepts dürfen die Landwirte nicht mehr als 15.000 Masthähnchen halten. „Wir haben jetzt etwa 11.000, verteilt auf 880 Quadratmeter Bodenfläche“, sagt Willem. „Wir verwenden keine Antibiotika, unsere Masthähnchen haben Tageslicht und es gibt Ablenkungsmaterial im Stall. Außerdem handelt es sich um Hühner einer langsam wachsenden Rasse".

Dass die Masthühner Tageslicht sehen, Sitzstangen haben und ausreichend Ablenkungsmaterial zur Verfügung steht, sind ebenfalls Anforderungen von Tante Door. Freilandhaltung gibt es bei diesem Konzept nicht. Es gibt landesweit etwa sieben Mitgliedsbetriebe, keiner von ihnen betreibt die Hähnchenmast im Haupterwerb. Allerdings bietet es ein garantiertes Einkommen, da die Landwirte pro Quadratmeter und nicht pro Masthähnchen bezahlt werden. Dadurch wird das Stück Fleisch für den Verbraucher teurer. "Unser Produkt wird in den Niederlanden nur in Restaurants, Metzgereien, Geflügelmastbetrieben und anderen Fachgeschäften verkauft. Es ist nicht für Supermärkte oder den Export bestimmt", sagt Willem.

Atmosphärisch verpackt

Der Erfolg ist zum Teil Veldhoven Kipproducten in Zevenhuizen zu verdanken. Nachdem die Masthähnchen im Schlachthof Gebr. Heijs in Friesland geschlachtet worden sind, werden sie in Zevenhuizen verarbeitet und zerlegt. Danach wird alles sauber atmosphärisch - mit Spezialgas - verpackt und an Van Meijeren geliefert. "Was die Entfernung betrifft, liegen wir als Unternehmen nah beieinander. Wenn wir etwas für den Automaten brauchen, können wir es im Handumdrehen nachbestellen. Auf diese Weise ist die Arbeit am wenigsten arbeitsintensiv, denn wir sind zu zweit und bewirtschaften unseren gesamten Betrieb allein. Nur mein Vater springt manchmal für einen Job ein", sagt Willem.

"Wir hatten Glück, dass wir in der Coronazeit eröffnet haben", sagt Elsbeth. "Das gab uns einen zusätzlichen Schub. Die Restaurants waren geschlossen und gegen Weihnachten wollten es sich die Leute noch zu Hause gemütlich machen. Unser Automat wurde zum Ausflugsziel, und das brachte eine ganze Menge Kunden.

Investition amortisiert sich

Inzwischen ist der Hähnchenautomat eine stabile Einnahmequelle. Die Investitionen von rund 40.000 Euro in den Automaten, die Kühlung und die Pin-Ausstattung haben sich amortisiert. "Der monatliche Umsatz liegt bei etwa 5.000 Euro", sagt Elsbeth. "Die Weihnachtszeit ist natürlich ein Ausreißer, denn die Firmen bestellen bei uns auch Weihnachtsgeschenke, wie zum Beispiel Hähnchenbrötchen."
Wer bei Van Meijeren auf ein Stück Hähnchen vorbeikommt, kann auch eine Kiste Eier mitnehmen. Nicht von den Hühnern von Tante Door. "Diese Frage bekommen wir regelmäßig von Kunden, aber das sind Masthühner und die legen keine Eier", sagt Wim und lacht.

Annelies Wijnen
Bild: Ellen Meinen

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