Wie man den Freiland-Auslauf zur Stromerzeugung nutzen kann

03 September 2022
Legehenne
Photovoltaik Module in der Landwirtschaft

„Bifaziale Photovoltaik-Module bieten Landwirten eine gute Möglichkeit, Freiland-Ausläufe von Legehennen zur Stromerzeugung zu nutzen“, sagte Henner Schönecke, Freiland-Legehennenhalter und Vorsitzender des Bundesverbandes Ei, auf dem diesjährigen Ankumer Bio Legehennen Forum. Bei vielen anderen Möglichkeiten der Stromerzeugung macht die EU-Vermarktungsnorm für Eier einen Strich durch die Rechnung.

Die wohl naheliegendste Möglichkeit der Stromerzeugung im Hühner-Auslauf ist Agro-Photovoltaik (PV). Die Hühner laufen unter und zwischen den Modulen einer Freiflächen-PV-Anlage herum, sind vor Sonne sowie Greifvögeln geschützt und der tierhaltende Betrieb erzeugt zusätzlich Strom. Diese Lösung könnte helfen, die Folgen der aktuellen Energiekrise abzumildern und Preisschwankungen am Markt auszugleichen. 

Fläche der Module hinzuaddieren

Die EU-Vermarktungsnorm für Eier fordert allerdings, dass die Fläche, die die PV-Module einnehmen, zu der vorgeschrieben Auslauffläche addiert wird. Die benötigte Fläche von 4 Quadratmeter pro Tier erhöht sich also um genau die Fläche, die die PV-Anlage benötigt. Womit von Doppelnutzung keine Rede mehr sein kann. Wie das Auditorium anmerkte, sind Biobetriebe nicht der EU-Vermarktungsnorm, sondern der EU-Öko-Verordnung unterworfen. Diese erlaubt PV-Module im Auslauf, solange der Auslauf nicht verhindert wird.

Möglicherweise können so genannte bifaziale PV-Module - also beidseitig aktive Solarmodule, die senkrecht angebracht werden - ein Lösungsweg sein, den Auslauf von Legehennen doch zur Stromerzeugung zu nutzen. Die benötigte Grundfläche ist bei diesen Modulen sehr gering und sie könnten als Zaunersatz oder zur Strukturierung der Flächen genutzt werden. Die bifazialen PV-Module reagieren auch auf Sonnenlicht, das direkt auf die Rückseite fällt, sowie auf vom Untergrund reflektiertes Licht. Im Gegensatz zu einer üblichen Freiflächen-Anlage bietet die aufrechte Installation den Hühnern keinen Schutz, ist aber aus ökonomischer Sicht durchaus interessant.

Windkraft und Mais

Für die Nutzung von Windkraft gelten analog dieselben Regeln: In der Auslauffläche darf eine Windkraft-Anlage stehen, die Bodenfläche, die von der Anlage benötigt wird, muss von der Freilauffläche abgezogen werden.

Die Erzeugung von Energiepflanzen wie Mais auf der Auslauf-Fläche ist zwar theoretisch erlaubt, allerdings darf der Auslaufläche kein Substrat entnommen werden, wodurch die Energiepflanzen nicht in einer Biogas-Anlage verstromt werden dürfen.

Magdalena Esterer
Bild: Next2Sun

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