Vogelgrippe tötet massenweise Robben

25 März 2024
Krankheiten
Geflügelpest

Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus. Das gilt nicht nur für Wildvogel-Populationen. In verschiedenen Regionen rund um den Globus sind auch Seehunde, Seelöwen und See-Elefanten betroffen. Diese Säugetiere scheinen besonders anfällig für den Virus zu sein.

An so weit auseinanderliegenden Orten wie Chile und dem Norden der USA hat sich der Vogelgrippe-Erreger in der Robbenpopulation verbreitet. Das berichtet Focus Online. In Neuengland gab es bereits einige Hundert Todesfälle. Weit schlimmer ist die Lage in Südamerika: Dort starben schon mehr als 20.000 Seelöwen in Chile und Peru und Tausende See-Elefanten in Argentinien.

Ursache wahrscheinlich Kontakt zu Vögeln

Wie die Robben sich mit der Vogelgrippe angesteckt haben, untersuchen die Forscherinnen und Forscher noch. Höchstwahrscheinlich sei es im Kontakt mit infizierten Seevögeln passiert, sagt Expertin Marcela Uhart von der University of California. Seit dem ersten Auftreten des Virus bei den südamerikanischen Meeressäugern Ende 2022 sei die Sterblichkeitsrate ungebrochen. In Peru und Chile seien seither zudem Hunderttausende Vögel der Krankheit erlegen. Im Februar wurde das Virus dann auch auf dem antarktischen Festland nachgewiesen.
Viele der betroffenen Arten, wie die südamerikanischen Seelöwen oder die südlichen See-Elefanten, haben einigermaßen stabile Populationen. Aber einerseits sind die Meeressäuger wichtige Player in den Ökosystemen, andererseits befürchten die Forscher eine Ausbreitung auf weitere Arten. So könnte das Virus auch für den Tod Hunderter Kaspischer Robben in Russland im vergangenen Jahr verantwortlich gewesen sein.

In Neuengland an der Ostküste der USA zogen sich die dort gestorbenen Robben laut Wissenschaftlern der Tufts University die Infektion vermutlich im Kontakt mit Möwen zu: entweder durch die Ausscheidungen infizierter Vögel oder weil kranke Möwen zur Beute wurden.

Hoffnung auf Impfung zur Eindämmung

Auch ein Zusammenhang der Krankheitsausbrüche mit dem Klimawandel wird vermutet. Höhere Meerestemperaturen vor Nordchile führten zu einem Rückgang der Futterfisch-Populationen, was die Seelöwen schwäche und anfälliger für Krankheiten mache, erklärte eine Umweltexpertin aus Chile. Wissenschaftler und Umweltschützer hofften jetzt darauf, dass eine Impfung von Geflügel gegen die Vogelgrippe die Ausbreitung der Krankheit innerhalb der Tierwelt eindämmen könne.

Mutationen machen Erreger gefährlich

Was die Infektionen und Todesfälle bei den Meeressäugern umso besorgniserregender macht: Der Erreger mutiert. Die Mutationen unterstrichen die dringende Notwendigkeit einer lokalen Überwachung, mahnen Wissenschaftler. Dies sei nötig, um Ausbrüche zu kontrollieren und ein Übergreifen auf andere Arten - oder auch auf Menschen - zu begrenzen.

PM / Christa Diekmann-Lenartz
Bild: AdobeStock_ Vera Kuttelvaserova

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