Kernergebnisse des Ernährungsreports 2022: Worauf Menschen beim Lebensmitteleinkauf schauen

12 Juli 2022
Politik

Was ist den Menschen beim Einkauf ihrer Lebensmittel wichtig? Das klärt der aktuelle Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf. Klima- und Umweltaspekte spielen demnach eine zentrale Rolle beim Einkauf von Lebensmitteln. Und auch die Tierhaltungskennzeichnung wird für (sehr) wichtig erachtet.

Klima und Umwelt spielen bei Ernährung eine große Rolle 

  • Den meisten Menschen sind die Themen Klima und Umwelt bei der Ernährung sehr wichtig (36 Prozent) oder wichtig (48 Prozent), unabhängig von Geschlecht oder Alter.
  • Etwa 76 Prozent finden es sehr wichtig, keine Lebensmittel zu verschwenden. 60 Prozent ist ein bedarfsgerechter Einkauf wichtig, für 54 Prozent der Kauf regionaler Produkte.
  • Der Anteil der Menschen, die vegetarische bzw. vegane Alternativen aufgrund des Schutzes von Tieren, Umwelt und Klima kaufen, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Der tägliche Konsum von Fleisch und Wurst geht zurück

  • Der tägliche Konsum von Fleisch und Wurst ist seit Beginn der Befragungen gesunken, nur noch ein Viertel der Befragten isst täglich Fleisch und Wurst (2015: 34 Prozent, 2022: 25 Prozent).
  • Vegetarische bzw. vegane Alternativen werden eher von Jüngeren gegessen: Unter 30-Jährige konsumieren täglich solche Produkte (14 Prozent). Bei den Gründen für den Kauf dominiert die Neugier (75 Prozent), doch immer mehr Menschen kaufen Fleischalternativprodukte aus Tierschutzgründen (2021: 59 Prozent; 2022: 71 Prozent). Auch bei der Motivation, ein Produkt aus Umwelt- und Klimaschutzgründen zu kaufen, ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (2021: 54 Prozent; 2022: 64 Prozent).

Verbindliche Tierhaltungskennzeichnung hat große Bedeutung für den Einkauf

  • Die Befragung ergab, dass 87 Prozent der Befragten eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung wichtig (34 Prozent) oder sogar sehr wichtig (53 Prozent) wäre.
  • Für mehr Tierwohl wären die Verbraucher bereit, mehr zu zahlen. Die Befragten wurden gebeten anzunehmen, dass ein Kilogramm Fleisch aus herkömmlicher Produktion 10 Euro kostet. Danach gefragt, was sie maximal bereit wären, für ein Kilogramm Fleisch der gleichen Sorte zu bezahlen, wenn dieses von Tieren stammt, die besser gehalten worden sind, als das Gesetz es vorschreibt, geben 13 Prozent der Befragten an, dass sie dafür maximal bis zu 12 Euro bezahlen würden. 45 Prozent würden bis zu 15 Euro für solches Fleisch bezahlen. 24 Prozent würden dafür bis zu 20 Euro bezahlen, für 12 Prozent wäre ein Preis von mehr als 20 Euro akzeptabel.
  • 71 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score beim Einkauf schon einmal auf einer Produktpackung wahrgenommen haben. Vor allem bei den bis zu 44-Jährigen ist der Anteil hoch (82 Prozent).
  • Gut ein Drittel der Befragten (31 Prozent) haben Produkte innerhalb einer Produktgruppe anhand des Nutri-Score miteinander verglichen.
  • Bei 38 Prozent hat der Nutri-Score die Kaufentscheidung schon einmal beeinflusst.
BMEL, Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

Mehr von diesem Autor
Bild: Geflügelnews

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.