Geschäftsübergabe bei Vencomatic

11 Juni 2022
Niederlande
Wissenspartner

„Meine Stärke ist schon immer die Innovation gewesen und dass ich dicht bei den Landwirten stand und ihnen zuhörte, um sich von diesem Standpunkt aus Problemen aus der Praxis anzunehmen und daraus etwas zu machen“, sagt Cor van der Ven. Am vergangenen Mittwoch (1. Juni 2022) legte der Vencomatic-Seniorchef die Geschicke seines Unternehmens offiziell in die Hände seiner fünf Kinder. 

Seit 1978 befasst sich Cor van de Ven mit dem Sammeln von Eiern, wobei er anfangs vor allem die Bruteier in seinem Fokus hatte. Ganze fünf Jahre arbeitete er nach Feierabend am Prototyp eines Sammelnestes. „Meine Stärke ist schon immer die Innovation gewesen und dass ich dicht bei den Bauern stand und ihnen zuhörte, um sich von diesem Standpunkt aus Problemen aus der Praxis anzunehmen und daraus etwas zu machen“, sagt Cor van der Ven. Heute hat die Vencomatic-Gruppe 530 Mitarbeiter und Niederlassungen in sieben Ländern. Für das Jahr 2022 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro Umsatz weltweit. Auf der VIV Europe 2022 übergab der Vencomatic-Seniorchef sein Unternehmen offizell an seine fünf Kinder. Die zweite Generation sei viel mehr auf Daten fokussiert als es die erste war, sagt er. „Es sind alles Software-Menschen.“

Vens Tochter Dr. Lotte van de Ven wird das Unternehmen als CEO in den kommenden Jahren weiterführen. „In den letzten Jahren haben wir uns viel mit der Digitalisierung und der Auswertung von Daten beschäftigt“, sagt sie, „denn wir haben bei unseren Kunden gesehen, dass manche Betriebe sehr nah an das genetische Leistungspotenzial der Hennen heranreichen und es in anderen Betrieben – und auch innerhalb eines Betriebes Durchgänge gibt, in denen dies nicht gelingt. Die Frage ist dann: Warum?“ 

Umfangreiche Daten von jedem Ei sammeln

Die Variationen seien enorm, sagt Dr. Lotte van de Ven. „Darum setzen wir uns für eine intelligente Nutzung von Daten ein, die Informationen aus dem Stall und über das Huhn liefern.“ Vencomatic hat hierfür das System Meggsius Select entwickelt, eine visuell arbeitende Maschine, die nach jedem Ei schaut und dessen Daten in einer Datenbank speichert. Diese Daten werden dann mit anderen Informationen (zum Beispiel Futter, Wasser, Stallklima) kombiniert. „So wissen wir immer, wie es den Hühnern geht und was wir beisteuern müssen, um mit weniger Futter, Wasser und Energie nachhaltig wirtschaften zu können und bessere Leistungen zu erzielen - und damit eine höhere Rendite."

Zusammenarbeit für die In-ovo-Geschlechtsbestimmung

Von der Vencomatic-Gruppe gab es in Utrecht noch etwas Neues zu erfahren: Mit dem deutschen Technologieunternehmen Orbem will die Gruppe ein In-Ovo-Geschlechtsbestimmungsverfahren entwickeln und vermarkten. Dafür gehen beide Unternehmen eine strategische Partnerschaft ein.

Das deutsche Technologieunternehmen Orbem aus München hat eine MRT-gestützte Lösung zur Bestimmung des Geschlechts des im Ei heranwachsenden Embryos erarbeitet, die nicht invasiv ist und sich für jede Art von Huhn eignet. Wenn das Geschlecht bestimmt ist, werden nur die weiblichen Eier weiter bebrütet.

Die kombinierte modulare Lösung, die auf der so genannten Genus-Focus-Technologie von Orbem und der Automatisierungsausrüstung von Prinzen basiert, ermöglicht laut Vencomatic eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung von Geflügelembryonen zwischen Tag 12 und 13 mit einem Durchsatz von bis zu 24.000 Eiern pro Stunde. Die Lösung gilt sowohl für braune als auch für weiße Eier. Zwei Anlagen mit einer Kapazität von 6.000 bzw. 12.000 Eiern pro Stunde werden im Januar 2023 an zwei französischen Standorten voll in Betrieb genommen.

Maximal 15 Millionen Euro

Die Vereinbarung umfasst eine von Vencomatic bereitgestellte Finanzierung von bis zu 15 Millionen Euro für Geräte, die an Kundenstandorten in ganz Europa eingesetzt werden sollen. Dadurch können Brütereien die kombinierte Orbem/Vencomatic-Lösung ohne Vorabinvestitionen nutzen, die ausschließlich auf einer Leistungsgebühr pro Ei basieren.

Die dem Genus-Focus zugrundeliegende Bildgebungs- und KI-Technologie wurde von 25 Wissenschaftlern und Ingenieuren des Orbem-Teams entwickelt, einschließlich der Definition der Hardware-Spezifikationen und der Software-Datenströme, die für eine Hochdurchsatzanalyse erforderlich sind. Vencomatic liefert ein neues Handhabungs- und Sortiersystem für das Bewegen, Verpacken und Transportieren von Eiern. 

Beste Lösung

Dr. Pedro Gómez, Geschäftsführer von Orbem, freut sich über die Zusammenarbeit: „Der gemeinsame Marktauftritt wird unserem wachsenden Kundenstamm einen noch leichteren Zugang zu dieser neuen Technologie ermöglichen". Auch Dr. Lotte van de Ven ist zufrieden: „Wir halten die nicht-invasive Orbem-Lösung für die beste Lösung auf dem Markt und freuen uns sehr über die Zusammenarbeit, um diese Lösung in den Geflügelsektor zu bringen."

Dr. Pedro Gómez von Orbem und Dr. Lotte van de Ven von der Vencomatic Group freuen sich über die strategische Partnerschaft für die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung von Hühnereiern.

Gamechanger

Dr. Pedro Gómez: „Ich glaube, dass das kombinierte, vollautomatische Genus Focus System die iIn-ovo-Geschlechtsbestimmung revolutionieren wird, weil es völlig nicht-invasiv ist und für alle Geflügelrassen funktioniert, einschließlich weißer, farbiger und brauner Legehennen. Gerne lade ich Interessenten zu einer Live-Demonstration des Genus Focus bei einem ausgewählten Kunden ein. Dort können sie sich aus erster Hand von der Genauigkeit unseres Systems, der Vielfalt der Rassen, die das System verarbeiten kann, und der einfachen Bedienung überzeugen."

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Dieter Theyssen, Vencomatic

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