Auch in der Landwirtschaft herrscht Fachkräftemangel. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist schwierig. Sie zu behalten, mindestens genauso. Betriebsleiterin Annika Pape sagt, wie beides gelingen kann.
Annika Pape bewirtschaftet mit ihrer Familie in achter Generation einen Milchviehbetrieb im Landkreis Rotenburg (Niedersachsen). Dort stehen 280 Milchkühe plus Nachzucht, eine 470KW-Biogasanlage gehört ebenfalls zur Milchhof Pape KG. Im Betrieb gibt es zehn Mitarbeiter, vom Minijobber bis zur Vollzeit-Arbeitskraft.
„Wir müssen mit unserem Betrieb Geld verdienen“, sagt sie. Aber auch für sie und ihren Mann Jan ist eine gute Work-Life-Balance wichtig: „Wir möchten auch mal frei machen, auch mal 14 Tage in Urlaub fahren.“ Und das geht nur mit guten und zufriedenen Mitarbeitern, die ihren Job gerne machen und dem Betrieb die Stange halten, weiß sie. Wie bekommt man die?
Gute Arbeitsorganisation mit klaren Strukturen
Voraussetzung dafür sind ihrer Meinung nach eine gute Arbeitsorganisation mit klaren Strukturen und einer präzisen Aufgabenverteilung. Annika Pape bespricht zusammen mit den Mitarbeitern, wer was macht. Jeder hat ein Mitspracherecht, kann Vorschläge für Änderungen machen. Wichtig ist für sie eine klare Regelung der Vertretung, vor allem, wenn der Chef mal nicht da ist. Jeder weiß, was er zu tun hat und wen er ggf. ansprechen kann.
Auf dem Milchhof Pape gibt es mehrere Tafeln, die die Kommunikation erleichtern. Es fängt an mit dem Dienstplan, einer Magnettafel. Für die Arbeit bei den Milchkühen wird etwa eingetragen, wer wann melkt, treibt und füttert. Urlaube und freie Tage werden mit notiert. So weiß jeder lange im Voraus, wann er zum Beispiel Wochenenddienst hat oder kann einfach schauen, mit wem er bei Bedarf tauschen kann.
To-Do-Listen zum laufenden Abhaken
Außerdem gibt es eine Tafel mit einer To-Do-Liste. Hier sind kleinere Arbeiten notiert, die immer zu erledigen sind, aber öfter vergessen werden. Oder Arbeiten, die nicht unbedingt an einem festen Tag, aber einmal wöchentlich oder einmal monatlich zu machen sind. Wer dafür Zeit hatte, hakt sie ab: „Jeder weiß dann, für diese Woche ist das Thema erledigt“, erklärt Annika Pape.
Eine wichtige Tafel hängt im Melkstand. Dort steht, welche Kuh hat wann gekalbt, wo steht das Kalb, welches Medikament wurde verabreicht etc. Auf dem Betrieb Pape gibt es Melker mit 520-Euro-Job, die nur zweimal in der Woche da sind. Gerade sie sehen auf einen Blick, was los ist.
Außerdem gibt es noch eine Besprechungstafel. Am Montagmorgen gibt es immer eine kurze Besprechung mit den leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, was ansteht die Woche, eine Vorschau auf nächste Woche. Aber es gibt auch eine Rückschau, was lief gut, was lief nicht so gut, wie könnte man es besser machen?

































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