Schweizer Bundesrat lehnt die Initiative „Keine Massentierhaltung“ ab

29 Juni 2022
Politik

In der Schweiz wird die Volksinitiative „Keine Massentierhaltung“ von Bundesrat und Parlament abgelehnt, teilt das Schweizerische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mit.

Nutztiere seien in der Schweiz schon sehr gut beschützt, hieß es in der Begründung; immer mehr Tiere würden besonders tierfreundlich gehalten. Der Bundesrat befürchtet außerdem, dass Abkommen mit wichtigen Handelspartnern verletzt werden, wenn die Vorstellungen der Initiative umgesetzt würden. Weitere Folgen wären höhere Investitions- und Betriebskosten, aufwendige Kontrollen in ausländischen Betrieben und eine Verteuerung der Lebensmittel tierischer Herkunft.

Die Volksinitiative hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Schutz der Würde von Nutztieren in die Verfassung aufzunehmen. Zudem wollte sie die Massentierhaltung verbieten, weil dabei das Tierwohl systematisch verletzt werde. Der Bund müsse strengere Mindestanforderungen für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege, den Zugang ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse pro Stall festlegen, so die Auffassung der Initiative. Diese Anforderungen müssten mindestens den Bio-Suisse-Richtlinien von 2018 entsprechen und alle Landwirtschaftsbetriebe müssten sie bei der Tierhaltung einhalten. Auch für den Import von Tieren und Tierprodukten sowie von Lebensmitteln mit Zutaten tierischer Herkunft sollen die Mindestanforderungen der Initiative gelten. 

 

Text:
Cordula Moebius

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Bild: Geflügelnews

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