Justin Köster ist Niedersachsens bester Tierwirt

28 März 2024
Deutschland
Jahrgangsbester Köster

Justin Köster hat im vergangenen Jahr seine Ausbildung zum „Tierwirt, Fachrichtung Geflügel“ abgeschlossen. Jetzt wurde er von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Jahrgangsbester im Ausbildungsberuf Tierwirt ausgezeichnet. Zukunftssorgen macht er sich keine.

„Ich habe schon mehrfach Anrufe bekommen, ob ich nicht meine Stelle wechseln will“, lacht Justin Köster. Obwohl interessante Angebote dabei waren, hat der 21jährige aus Meppen (Landkreis Emsland, Niedersachsen) das aktuell nicht im Plan. Er möchte nach seiner dreijährigen Ausbildung jetzt erst einmal „im Arbeitsleben ankommen“. Und er schätzt seinen jetzigen Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima auf dem Biolegehennen-Betrieb, auf dem er seit August vergangenen Jahres arbeitet: „Wir haben ein gutes Arbeitsverhältnis auf Augenhöhe.“ Er fühlt sich in seiner Arbeit sehr wertgeschätzt. Wochenenddienst steht bei ihm nur alle drei Wochen auf dem Plan – dann ohne ganz festen Arbeitsbeginn: „Samstags und sonntags kann ich auch mal eine Stunde später anfangen“, weiß er zu schätzen.

Justin Köster züchtet seit seinem 11. Lebensjahr Zwerg-Wyandotten. Sie legen viele Eier, die relativ groß sind.

Angestellt auf größerem Biolegehennen-Betrieb

Justin Köster betreut in erster Linie die drei Legehennenställe des Betriebs, der sich in seinem Wohnort befindet, mit insgesamt 38.000 Legehennenplätzen. Der allergrößte Teil der Eier wird über eine Packstelle in den nahegelegenen Niederlanden vermarktet. Ein kleiner Hofladen wird für die Direktvermarktung genutzt: „Die Betriebsleiterfamilie sieht das auch etwas als Öffentlichkeitsarbeit für Landwirtschaft“, erzählt er. Der Ortsteil Klein Fullen, der zu Meppen gehört, ist allerdings noch sehr landwirtschaftlich geprägt. Hier gibt es allein zehn größere Biolegehennen-Ställe.

Seine berufliche Zukunft sieht Justin Köster entspannt und positiv: „Die Legehennenhaltung hat ein gutes Image, Eier sind gefragt und beim Selbstversorgungsgrad gibt es in Deutschland noch Luft nach oben“, weiß er.

Bei der Ausbildung zum Tierwirt sind aktuell fünf Fachrichtungen möglich: Neben der Geflügelhaltung sind das die Schweine- und Rinderhaltung, Schäferei und Imkerei. Der Berufsschulunterricht für die Geflügelhaltung findet als Blockunterricht in Halle/Saale oder im bayrischen Kitzingen statt. Justin Köster entschied sich für Halle, in jedem Ausbildungsmonat war er für eine Woche dort und hat die Zeit genossen: „Das war spannend. Ich hatte 16 Mitschüler aus ganz Deutschland, das Besondere: Niemand hatte – genauso wie ich - einen elterlichen Betrieb zuhause.“

Fachkräftemangel sorgt für gute Berufsaussichten

Nicht zuletzt angesichts des Fachkräftemangels in der grünen Branche hat er aber nicht gezögert, sich zum Tierwirt Geflügel ausbilden zu lassen. Sein Hauptbeweggrund ist allerdings, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte: Justin Köster hält schon seit seinem 11. Lebensjahr Zwerg-Wyandotten, deren Eier er auch im privaten Umfeld verkauft. Und seit einigen Jahren stallt er, ebenfalls für Familie und Bekannte, im Frühjahr einige Gänseküken auf, die er im Brutschrank im heimischen Wohnzimmer ausbrütet und im Spätherbst vermarktet.
Seine Ausbildung absolvierte er bei einer Integration im Broilerbereich mit eigener Brüterei, Elterntieren, Junghennenaufzucht und eigenen Mastställen. Er durchlief dort quasi alle Bereiche.

Weiterbildung zum Thema Schlachten geplant

Die Haltung von Hühnern als Hobby bei Privatpersonen gewinnt momentan stark an Beliebtheit. Justin Köster bietet zusammen mit seinem Rassegeflügelverein einen entsprechenden „Anfängerkurs“ an der örtlichen Volkshochschule an und freut sich: „Da wird mir mein berufliches Wissen zugute kommen.“

Mit der Urkunde als Jahrgangsbester erhielt er von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen Fortbildungsgutschein. Damit möchte er sich gern im Bereich hofeigene Schlachtung weiterbilden. Als nächstes Etappenziel steht dann allerdings auch der Meisterbrief auf dem Plan.

Zur Ausbildung in den Grünen Berufen: In Niedersachsen werden aktuell rund 5.400 Menschen in zwölf Grünen Berufen ausgebildet. Die Ausbildungszahlen sind trotz des demografischen Wandels relativ stabil. Das unterstreicht aus Sicht der Landwirtschaftskammer die Attraktivität der Branche. „Wir werden nicht aufhören, die gesellschaftliche Bedeutung der Grünen Berufe, ihre Vielfalt, ihre Durchlässigkeit und die zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten zu betonen“, versprach Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Ehrung der Jahrgangsbesten.

 

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Christa Diekmann-Lenartz, Justin Köster

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