Immobilienkrise: Landwirtschaftlicher Markt nicht betroffen

30 Juni 2024
Agribusiness
Immobilienkrise

Mit Anstieg der Zinsen und höheren Preisen für Energie und Baustoffe  verzeichnet der Immobilienmarkt seit 2021 einen Rückgang der Kaufpreise. Der spezielle Grundstücksmarkt in der Landwirtschaft ist hiervon nicht betroffen, speziell Ackerland bleibt sehr gefragt.

Der Grundstücksmarkt für landwirtschaftliche Immobilien ist sehr vielfältig. Hier ist zu differenzieren nach Immobilien, die zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignet sind und solchen, die für eine private Nutzung gedacht sind. So ist die Nachfragesituation für Landhäuser oder Resthöfe, die sich nicht für wirtschaftliche Nutzungen eignen, eine gänzlich andere als für größer dimensionierte landwirtschaftliche Betriebe oder den Verkauf von Ackerland.

Julius Losch vom Fachmakler für landwirtschaftliche Immobilien, LOSCH & MEYER Immobilien, bekräftigt, dass die Nachfragesituation für Hofstellen oder kleine Reitanlagen vergleichbare Nachfragerückgänge wie konventionelle Immobilien aufweist.

Unverändert hohe Nachfrage nach Ackerland

Hiervon entkoppelt sei die Nachfragesituation beim Verkauf von rein landwirtschaftlichen Immobilien, insbesondere beim Verkauf von Ackerland. Auf dem Bodenmarkt für Ackerland sei weiterhin eine unverändert hohe Nachfrage festzustellen. Dies gelte vorwiegend in Regionen, die in oder nahe den Ballungszentren liegen und zusätzliche Flächenverbräuche durch Abgrabungsunternehmen, Erneuerbare Energien oder Ausgleichsflächen für kommunale Entwicklungen verzeichnen.

Hier sei ein nachhaltig hohes Preisniveau festzustellen. Eine nicht unwesentliche und stärker werdende Rolle spielt hier zudem Nachfrage nach landwirtschaftlichen Grundstücken zur Errichtung von Freiflächen- oder Agri-Photovoltaikanlagen sowie Windenergieanlagen.

Kauf von Ackerland oft ohne Fremdkapital

Ein Grund für diese unterschiedliche Entwicklung ist auch in der Eigenkapitalsituation der verschiedenen Käufergruppen. Die klassischen privaten Immobilienkäufe, auch die landwirtschaftlicher Immobilien für private Zwecke, erfolgen zumeist mit Fremdkapitalanteil. Der Anstieg der Zinsen ist hier ein Teuerungsfaktor, der Finanzierungskonzepte deutlich erschwert. Der Kauf von reinen Ackerlandgrundstücken erfolgt hingegen häufig ohne den Einsatz von Fremdkapital, sodass der Zinseffekt hier weniger große Auswirkungen auf die Nachfrageseite aufweist.

agrar-PR, Geflügelnews
Bild: Adobe_Stock_Marc Stephan

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