Biodiesel in Traktoren: Umweltministerin Lemke schwenkt um

19 Januar 2024
Deutschland
Biodiesel Traktoren

Die grüne Bundesumweltministerin Steffi Lemke schwenkt bei Biokraftstoffen für Traktoren um. Wie "tagesschau.de" berichtet, soll sie nun den Einsatz von Biokraftstoffen, speziell Biodiesel, befürworten. Allerdings hält sie am Ausstieg für Pkws fest.

Die massiven Bauernproteste gegen das Aus beim Agrardiesel bringen offenbar auch die grüne Bundesumweltministerin Steffi Lemke zum Umschwenken. Es sei sinnvoll, Biodiesel für die Landwirtschaft einzusetzen, ließ sie wissen.

Damit legt Lemke eine 180 Grad Kehrtwende hin. Bislang plädierte sie für das Aus von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermitteln bis 2030. Möglicherweise hatten auch die Gespräche des Bundeslandwirtschaftsministerium mit der Umweltseite Erfolg. So hatte sich zuvor Agrarstaatssekretärin Silvia Bender für den Einsatz von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft ausgesprochen.

Konkreter Zeitplan für Biodiesel in Traktoren fehlt noch

Gegenüber dem ARD-Hauptstadtbüro nannte die Umweltministerin aber keinen genauen Fahrplan, ab wann Landwirte Biokraftstoffe wirtschaftlich nutzen können. Zumindest kann sie sich auch steuerliche Erleichterungen oder gar eine komplette Steuerbefreiung auf Pflanzenkraftstoffe in der Landwirtschaft vorstellen.

Im Petitionsausschuss des Bundestages, den die Petition gegen das Aus für Agrardiesel behandelte, räumte Agrarstaatssekretärin Claudia Müller ein, dass die Umstellung der Landwirtschaft auf Biokraftstoffe Zeit benötige.

Allerdings soll am Ausstieg von Biokraftstoffen für Pkws festgehalten werden, heißt es. Steffi Lemke halte es weiterhin nicht für sinnvoll, dafür auf begrenzter Ackerfläche in großem Umfang Treibstoffe herzustellen.

Ampelfraktionen haben Biokraftstoffe im Fokus

Auch der Entschließungsantrag von SPD, Grünen und FDP „Landwirtschaft in Deutschland im Dialog zukunftsfähig gestalten“ spricht das Thema Biokraftstoffe und steuerliche Entlastungen für Landwirte an.

So fordern die Ampelfraktionen die Bundesregierung auf, zeitnah zu klären, wie die Einführung von alternativen Antrieben und Treibstoffen für landwirtschaftliche Maschinen unterstützt werden kann. Ebenso sei zu klären, welche allgemeinen steuerlichen Maßnahmen geeignet sind, um landwirtschaftliche Betriebe zu entlasten und widerstandsfähiger zu machen.

Josef Koch, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
Bild: Adobe_Stock_aboutmomentsimages

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.