Vogelgrippe: FLI startet Versuch mit Kühen

14 Mai 2024
Krankheiten
Infektion Kühe FLI

Wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet, startet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems einen neuartigen Infektionsversuch: Kühe sollen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert werden. Hintergrund ist die Infektion von Kühen mit dem Erreger in den USA.

Seit März diesen Jahres werden aus den USA immer wieder Infektionen mit dem Vogelgrippe-Virus bei Kühen gemeldet. Bislang sind 36 Betriebe in neun Bundesstaaten betroffen, schreibt der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Mit dem Infektionsversuch will das FLI auf der Insel Riems nun erforschen, warum sich Kühe infizieren.

Künstliche Infektion mit US-Viren

In Abstimmung mit Virologen in den USA und Kanada werden die Wissenschaftler in Kürze im Hochsicherheitstrakt des Forschungsinstituts Rinder künstlich mit H5N1 infizieren. Dafür sollen Viren aus den USA verwendet werden und mit ähnlichen Viren aus Europa verglichen werden, sagte Institutsleiter Prof. Dr. Martin Beer dem NDR.

Die Forscher gehen davon aus, dass in den USA noch weit mehr als die bislang bekannten 36 Betriebe betroffen sein könnten. So haben amerikanische Behörden Erbgutschnipsel von H5N1 in pasteurisierter Milch nachweisen können.

Für Deutschland geben die Forscher nach einer breitangelegten Testreihe Entwarnung. Erste orientierende Untersuchungen von etwa 1.000 Rinderserumproben ergaben laut FLI keinen Hinweis auf H5N1-Infektionen. Das Risiko eines Eintrags des amerikanischen Virusstammes wird vom FLI aktuell als "sehr gering" eingestuft. Nach derzeit vorliegenden Handelsdaten würden weder Rohmilch noch lebende Rinder nach Deutschland importiert.

Weitgehende Folgen bei einem EU-Fall

Dennoch wollen die Forscher verstehen, wie es zu den Infektionen und zu den Erkrankungen gekommen ist, auch weil Fälle in europäischen Beständen drastische Folgen haben würden – von strikten Schutzmaßnahmen bis hin zu Bestandsperren.

Da die hohe Viruslasten im Euter und in der Milch festgestellt wurden, halten die Wissenschaftler eine Übertragung durch Melkgeschirre für denkbar. Sollte dies so sein, könnten Hygienemaßnahmen getroffen werden, um die Tiere zu schützen, so Beer. Alle bislang verfügbaren Informationen deuteten auf einen möglicherweise einmaligen Eintrag von H5N1 in einen Rinderbetrieb in Texas hin. Durch unkontrollierte Tiertransporte sei das Virus dann weiterverbreitet worden.

Rinderzüchter beobachten genau

Die Rinderallianz in Mecklenburg-Vorpommern als Zuchtverband beobachtet die Entwicklung in den USA genau. Stare auf Futtersilos und Tauben in Ställen seien auch hier teilweise ein Problem, teilte die Rinderallianz mit. Vogelschutznetze und eine gute Lüftung hielten aber die Vögel ab. Entscheidend sei jetzt, die Eintragsquellen in den USA genau zu identifizieren.

NDR, Geflügelnews
Bild: Adobe Stock Parilov

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