Selber mischen gibt Einblick in die Rohstoffqualität

08 Februar 2022
Futter
„Ich kontrolliere jede Ladung Mais, Weizen oder Futterkalk selbst und ziehe eine Probe von jeder Charge. Dadurch habe ich sofort einen Überblick über die Qualität der Rohstoffe meines Legehennenfutters.“

 

Dies erklärte Legehennenhalter Jan van Gestel im Rahmen des Themenabends „Futter für Legehennenzüchter“ von pluimveeweb.nl. Gemeinsam mit seiner Frau Thea (58) und seinem Sohn Tim (29) hält Van Gestel (58) circa 55.000 Legehennen in drei Ställen (davon 14.000 braune und 41.000 weiße Tiere). Der Legehennenhalter aus Diessen (Niederlande) begann im Jahr 2010 damit, dem Futter selbst Weizen hinzuzufügen. Damit wollte er Kosten sparen. Inzwischen mischt er auch Kalk und Mais ein und füttert nur noch 36 Prozent Legehennenalleinfutter. In seiner Präsentation stellte er die Vor- und Nachteile des Selbstmischens vor.

Futterstruktur selbst festlegen

„Ursprünglich wollten wir mit dem Selbstmischen einfach Kosten sparen“, sagt Jan van Gestel. „Doch der wahre Vorteil liegt für uns mittlerweile darin, dass wir die Struktur unseres Futters selbst festlegen können.“ Der Legehennenhalter hat sich hierfür zwei Hammermühlen angeschafft, eine für den Mais (der sehr fein vermahlen wird) und eine für den Weizen (der weniger fein vermahlen wird). Damit verhindert er das selektive Picken seiner schnabelunbehandelten Hennen. Ein schnellerer Wechsel in Bezug auf Prozentsätze oder Partikelgröße, eine bedarfsgerechte Steuerung pro Stall und niedrigere Futterkosten sind die größten Vorteile, sagt Van Gestel.

Van Gestel beprobt jede Rohstoffladung selbst (Mais, Weizen und Kalk). So hat er schnell den genauen Überblick über die Qualität der eingesetzten Futtermittel.

Nachteilig am Selbermischen sei der geringe Durchsatz, den man bei den Rohstoffen habe, sag van Gestel. „Wir brauchen ungefähr jeden Monat eine Ladung Weizen.“ Dazu kommen kleinere und größere Reparaturen am Fütterungssystem. „Manchmal bricht eine Schnecke und muss zeitnah repariert werden, auch am Sonntag. Und manchmal muss auch der Mechaniker kommen.“ Wenn es keine Störungen gibt, ist van Gestel fünf bis sechs Stunden pro Woche mit dem Selbstmischen beschäftigt.

Trotz der Nachteile bereut van Gestel seine Entscheidung, das Futter selbst zu mischen, nicht. „Dank der eigenen Mischung sparen wir Futterkosten. Und das ist wirklich ein Bonus, denn die Margen sind knapp.“

Geflügelnews
Bild: Geflügelnews

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