Niederlande: Feldversuch mit Vogelgrippe-Impfstoff bei Bio-Legehennen

20 Dezember 2022
Impfung
Biohennen im Auslauf

Anfang nächsten Jahres könnte in den Niederlanden eine Feldstudie mit einem Vogelgrippe-Impfstoff starten. Geimpft werden wahrscheinlich Herden mit Bio-Legehennen. "Die Impfung wird stattfinden“, sagt Rogier van Leeuwen vom Pharmaunternehmen Ceva. „Die Frage ist, wann."

"Die Feldstudie soll zeigen, wie sich der Vogelgrippe-Impfstoff in der Praxis bewährt, wie die Überwachung aussehen sollte und wie die Handelspartner reagieren", sagt Rogier van Leeuwen, der Leiter der Geschäftseinheit Geflügel Benelux von Ceva ist. Ein Laborversuch mit dem Vogelgrippe-Impfstoff liefe derzeit bereits im niederländischen Lelystad. Einen Bericht darüber erwartet das niederländische Landwirtschaftsministerium im Januar 2023. Van Leeuwen: "Das Ministerium wird dann abwägen, wie es weitergeht. Eine Mehrheit im Unterhaus will die Impfung ermöglichen, also arbeitet das Ministerium mit Hochdruck daran".

Positiv sei, dass die Europäische Union einen Rahmen ausarbeitet, der festlegt, wie geimpfte Bestände überwacht und kontrolliert werden sollten. Newcastle Disease und Klassische Geflügelpest seien sich sehr ähnlich. Van Leeuwen: "Bei der Newcastle Disease gibt es einen Modus Operandi, bei dem alle Tiere geimpft werden und eine strenge Überwachung auf das Auftreten von Feldstämmen erfolgt. Für die Vogelgrippe könnte man etwas Ähnliches einrichten, dann gäbe es keine Handelsschranken, weil sich alle einig sind."

„Der europäische Zug ist nicht mehr aufzuhalten"

In ganz Europa würden derzeit Versuche mit einem Impfstoff gegen die Vogelgrippe und über seine Anwendung durchgeführt, sagt Van Leeuwen. "Dies geschieht nicht nur mit dem Ceva-Impfstoff. In Italien, Frankreich und Belgien sind Versuche im Gange, ebenso in England und Deutschland. Europa ist nicht gegen Impfungen, möchte aber klarstellen, unter welchen Bedingungen sie durchgeführt werden können. Der europäische Zug ist nicht mehr aufzuhalten".

Van Leeuwen zufolge sind die Befürchtungen von Umsatzeinbußen aufgrund von Handelshemmnissen nach der Impfung nicht ganz gerechtfertigt. Innerhalb Europas seien Handelsbeschränkungen nicht erlaubt. Darüber hinaus seien Bemühungen im Gange, die Bedingungen für eine Überwachung der Impfstoffe zu klären. "Die meisten Geflügelhalter, Tierärzte und Interessenverbände sprechen sich für eine Impfung aus, aber internationale Schlachthöfe, Zuchtunternehmen und vielleicht auch der Eierhandel erwarten, dass der Handel stagniert. Die EU will diese Hürde für den EU-Markt beseitigen“, so Van Leeuwen weiter. Die Unternehmen müssten allerdings selbst darauf achten, was ihre Kunden in anderen Ländern verlangen. 

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Bild: Geflügelnews

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