Herkunft muss gekennzeichnet werden!

04 März 2022
Deutschland

Die Produzenten von Schweine- und Geflügelfleisch in Deutschland sind mit dem aktuellen Tempo beim Thema Herkunftskennzeichnung unzufrieden, meldet die Agrarzeitung in ihrer neuesten Ausgabe (4. März 2022). Danach erwarten der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) von der Bundesregierung eine schnelle Entscheidung. Diese will aber erst auf den Vorschlag der EU-Kommission warten, den die Brüsseler Behörde bis Jahresende vorlegen will. 

Dem Kunden die Chance geben, gezielt deutsche Ware zu kaufen

Beide Verbände sehen in der Kennzeichnungspflicht keine Beeinträchtigung des Warenverkehrs auf dem europäischen Binnenmarkt. In der Vergangenheit hätten in allen Ländern in der Tierhaltung sehr ähnliche Standards gegolten. Heute sei das Tierwohlniveau in Deutschland aber deutlich höher als in den meisten anderen Mitgliedstaaten. Deshalb sei es logisch und notwendig, dem Kunden die Chance zu geben, gezielt deutsche Ware zu kaufen.

ZDG Informationsoffensive „Herkunftszensur beenden“

„Wenn wir darauf warten, dass der Letzte in Europa auf den Zug aufspringt, ist der Geflügelfleischstandort Deutschland durch einen gnadenlosen Unterbietungswettbewerb am Ende“, betont ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Das Beispiel Frankreich zeige, dass ein nationaler Vorstoß durchaus möglich sei: Die französische Regierung führt ab März 2022 eine Herkunftskennzeichnung bei Fleisch für alle Restaurants, Betriebs- und Schulkantinen im Land ein.

Die aktuelle Praxis, dass die Herkunft nur auf verpacktem Frischfleisch im Lebensmitteleinzelhandel angegeben werden muss, reiche nicht aus, so der ZDG-Präsident. Über diesen Kanal werde nur gut die Hälfte des in Deutschland konsumierten Geflügelfleischs gekauft. Der Verband fordert deshalb, den Verbraucher auch bei Fleisch in verarbeiteten Produkten, in Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung darüber zu informieren, wo die Tiere gehalten wurden und hat am 1. März 2022 die Informationsoffensive „Herkunftszensur beenden!“ gestartet, um für die verbindliche Herkunftskennzeichnung von Fleisch in der Gastronomie und im Großverbraucher-Segment zu werben. Der Verband will erreichen, dass Angaben über die Herkunft des Fleisches auf Speisekarten in Restaurants und Kantinen in Deutschland verpflichtend vorgeschrieben werden. Ripke fordert: „Nur eine Kennzeichnungspflicht kann den Trend zu immer mehr Importware mit zumeist deutlich niedrigeren Tierwohl- und Qualitätsstandards stoppen.“ 

 

Agrarzeitung, Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Bild: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.

Wissenspartner