Broilersignale: Schau mit anderen Augen!

15 Juli 2022
Masthuhn

Mit seinem Signals©-Konzept will der niederländische Verlag Rootbont Publishers die täglichen Abläufe im landwirtschaftlichen Betrieb optimieren helfen. Dafür hat er in seiner Hühnersignale-Reihe einen Praxisleitfaden für die Masthähnchenhaltung „Broiler-Signale“ erstellt. Der rote Faden ist das Sehen, Denken und Handeln.

  • Was sehe (höre, fühle, rieche, schmecke) ich? Was ist das Signal? (SEHEN)
  • Wie ist das passiert? Was ist die Erklärung dafür? (DENKEN)
  • Was soll ich tun? Ist es in Ordnung oder sollte ich etwas unternehmen? (HANDELN)

Testen Sie sich beim Durchblättern der folgenden Galerie gern selbst: Verstehen Sie die Signale der Masthähnchen und interpretieren Sie Anzeichen richtig, die Ihnen Tiere, Stall, Futter und Ausrüstung liefern? 

 

Schau mit anderen Augen! - SEHEN – Ein Mensch kann sie nicht sehen, aber ein Infrarotbild zeigt kalte Stellen im Dach. DENKEN – Das Dach ist nicht richtig isoliert. Es kühlt ab und es bildet sich Kondenswasser, das möglicherweise auf den Boden tropft. HANDELN - Dämmen Sie das Dach und schauen Sie in der Einstreu nach, ob es unter diesen kalten Stellen feucht ist.
Was machen Sie mit diesem Broiler? - SEHEN – Dieser Broiler kann sich nicht bewegen, DENKEN – Dieses Tier ist ein Risikotier, das sterben und Probleme verursachen könnte (Infektionen verbreiten). – HANDELN - Nehmen Sie es so schnell wie möglich heraus. Das Tier wird sich nicht mehr erholen.
Was sagen Ihnen diese Kontrollen? SEHEN – Die Küken krabbeln an der Wand hoch und picken daran herum. DENKEN – Dies ist oft ein Zeichen von Angst oder Stress. Hühner sind Fluchttiere und suchen Schutz. Wenn die Vögel ruhig an der Wand picken, kann das ein Hinweis auf ein Problem mit dem Futter sein. HANDELN - Untersuchen Sie, was die Ursache dafür ist. Da diese Küken ruhig zu sein scheinen, sollten Sie auch die Futterzusammensetzung überprüfen.
Was sagt Ihnen diese Kruste? SEHEN – Verkrustete oder verdichtete Einstreu., DENKEN – Dies wird durch die Kombination von Feuchtigkeit und Druck verursacht., HANDELN - Sind die Tiere gleichmäßig verteilt? Oder gibt es einen kalten Luftzug im Haus, so dass die Vögel kalte Plätze meiden?
Blick ins Futtersilo SEHEN – Das pelletierte Futter ist an der Seite des Bunkers sichtbar, während die kleinen Teile in der Mitte bleiben. DENKEN – Durch die Futtertrennung verändert sich die Futterzusammensetzung der Ration; sie wird weniger einheitlich. Das erhöht das Risiko von Darmproblemen. HANDELN - Achten Sie darauf, dass die Pellets nicht zerbröseln.
Was wird aus diesem Küken? SEHEN – Dieses Küken ist zu klein. Es kann den Trinknippel nicht erreichen. DENKEN – Dies ist ein Spätentwickler (die anderen Broiler sind viel größer). Er wird dehydrieren. HANDELN - Dieses Küken hätte schon viel früher entfernt werden müssen. Und wenn es mehr davon gibt: Versuchen Sie, die Ursache zu finden.
Prüfung auf Öffnungen. SEHEN – Kotbänder müssen das Gebäude irgendwo verlassen. Hier scheint die Öffnung ordnungsgemäß mit einer Klappe verschlossen zu sein. DENKEN – Dies könnte eine Quelle für Zugluft im Stall sein. Lüftungsanlagen funktionieren nur in einem gut isolierten Gebäude richtig, das keine Lecks aufweist. HANDELN - Überprüfen Sie das Gebäude regelmäßig auf undichte Stellen, die die Belüftung stören könnten.
Verwenden Sie das richtige Gitter! SEHEN – Die jungen Küken fallen mit den Füßen durch das Gitter und stoßen sich möglicherweise mit dem Schnabel an das Gitter. DENKEN – Die Tiere können sich nicht richtig bewegen, um Futter zu bekommen, und könnten sich verletzen., HANDELN - Stellen Sie sicher, dass Sie die richtige Gittergröße haben. Wenn Sie dieses Problem haben, verwenden Sie spezielles Kükenpapier, um die Löcher abzudecken, bis die Küken groß genug sind.
Wann leiden Masthähnchen unter Hitzestress? SEHEN – Diese Masthühner leiden unter Hitzestress. DENKEN – Man würde dies zur heißesten Zeit des Tages erwarten. Normalerweise tritt es jedoch am Ende des Tages auf, wenn die Luft abkühlt und die relative Luftfeuchtigkeit schnell ansteigt. HANDELN - Kontrollieren Sie die Tiere bei dem höchsten Temperatur-/Luftfeuchtigkeitsindex. Die Temperatur in °C + die relative Luftfeuchtigkeit sollte 90 + das Alter der Masthähnchen in Wochen nicht überschreiten.
Frisches Wasser? SEHEN – Haben Sie jemals Wasser aus der Tränkleitung getrunken? DENKEN – Wenn Sie das für unhygienisch halten, denken Sie an Ihre Küken, die das Wasser trinken müssen. Wenn es für Sie nicht gut genug ist, warum geben Sie es dann Ihren Vögeln? HANDELN - Stellen Sie sicher, dass die Wasserqualität im Stall in Ordnung ist. Mikrobiell, aber auch die Temperatur des Wassers. Es sollte kühl und frisch sein.
Schmutziges Wasser. SEHEN – Wenn Sie das am Ende Ihrer Tränkeline sehen..., DENKEN – Das ist eine sehr schlechte Wasserqualität. HANDELN - Finden Sie die Quelle dieser Verunreinigung und überwachen Sie die Qualität regelmäßig so genau wie möglich bis zu dem Punkt, an dem die Tiere trinken. Ihre Wasserquelle mag in Ordnung sein, aber in Ihrem Geflügelstall kann trotzdem viel passieren.
Einfache Maßnahmen. SEHEN – Ein schwarzer Wassertank absorbiert die Wärme der Sonne., DENKEN – Heißes Wasser ist ein perfekter Ort für die Vermehrung von Bakterien. Und ist nicht schmackhaft für die Tiere. HANDELN - Wenn Sie den Tank weiß streichen, haben Sie vielleicht schon einen Teil des Problems gelöst.
Einfache Maßnahmen. SEHEN – Ein Wassertank in direktem Sonnenlicht kann sehr heiß werden. DENKEN – Heißes Wasser ist ein perfekter Ort für die Vermehrung von Bakterien. Und ist nicht schmackhaft für die Tiere. HANDELN – Mit einem Dach über dem Wassertank können Sie bereits einen Teil des Problems lösen.
Was ist hier falsch? SEHEN – Die Tränkleitung hängt durch, sie scheint an dieser Stelle undicht zu sein. DENKEN – An der tiefsten Stelle sammelt sich Schmutz an, was das Risiko erhöht, dass sich ein Biofilm bildet und dass die Leitung undicht wird. HANDELN - Tränkleitungen sollten waagerecht aufgehängt werden. Vergessen Sie nicht, den Neigungswinkel im Haus zu überprüfen. Eine parallel zum Boden verlaufende Leitung ist möglicherweise nicht ganz eben, was ebenfalls zu Druckunterschieden und Biofilm führen kann.
Tropfschalen oder Medium fürs Bakterienwachstum? SEHEN – Schmutzige Auffangwannen mit Futterresten darin. DENKEN – Auffangwannen können eine Infektionsquelle sein. Verschmutztes Wasser sammelt sich und erwärmt sich, was einen hervorragenden Nährboden für Bakterien bildet. HANDELN - Tropfschalen sind nicht notwendig, wenn Sie qualitativ hochwertige Nippel haben. Wenn Sie Tropfschalen verwenden, achten Sie darauf, dass sie sauber bleiben.
Kennen Sie den Stiefel-Test? SEHEN – Es ist etwas Streu auf dem Stiefel, aber nicht zu viel. DENKEN – Die Einstreu sollte trocken und etwas locker sein. Sie sollte nicht zu sehr an Ihren Händen oder Stiefeln kleben. Wenn die Streu überhaupt nicht klebt, kann dies auf Verklumpung hindeuten. HANDELN - Überprüfen Sie die Qualität der Einstreu in verschiedenen Bereichen des Stalles einmal pro Woche, beginnend in Woche 3. Ein Spaziergang durch den Stall gibt Ihnen bereits einen guten Anhaltspunkt.
Tropfschale oder Trinkschale? SEHEN – In dieser Auffangschale befindet sich eine Menge Wasser und sie läuft sogar über. DENKEN – Eine Tropfschale ist dazu da, verschüttete Tropfen aufzufangen. Nicht um das Problem der undichten Nippel zu lösen. HANDELN - Überprüfen Sie die Trinknippel, bevor die Küken ankommen, und gehen Sie täglich durch den Stall, um sie zu kontrollieren. Undichte Stellen führen zu nasser Einstreu und damit verbundenen Problemen.
Trockene Einstreu = gute Einstreu? SEHEN – Sie können sehen, dass die Partikel auf den Boden flattern. DENKEN – Das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass die Einstreu trocken ist. Allerdings wird die Einstreu durch undichte Nippel und verschüttete Flüssigkeiten immer etwas nass. HANDELN - Wenn die Einstreu zu trocken ist, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Vögel nicht genug trinken. Kontrollieren Sie die Wasserzufuhr und ggf. die Wasserabgabe aus den Nippeln im ganzen Haus.
Roodbont Publishers
Bild: Joost Straathof, Andries de Vries, Peter Hut, Roxell, Koos van Middelkoop, Jansen Poultry Equipment, Wageningen UR Livestock Research, Jan Cortenbach, Helmich van Rees, PTC, Edward Mailyan, Marcel Berendsen, Henk Rodenboog, Vetworks

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