Mit neuem Stall zu 270.000 Aufzuchtplätzen

15 Februar 2022
Junghenne
Guy Van Gestel (64) und seine Frau May (62), Schwiegertochter Nele (30) mit Tochter Céleste (1,5), Lander Van Gestel (35) und Tochter Julie (4,5) vor ihrem neuen Aufzuchtstall (von links nach rechts).

Tageslichtfenster in der Decke, Verdunkelungslamellen für die Ventilatoren, Luftsprühkühlung und erhöhte Ebenen mit Tränklinie - das sind die markantesten Merkmale des neuen Volierenaufzuchtstalls der Familie Van Gestel in Kalmthout, Flandern. „Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Hennen, die während der Aufzucht Tageslicht sehen, weiter steigen wird. Dank der erhöhten Ebenen mit Tränklinien lernen die Hennen zu springen und sich zwischen den Ebenen zu bewegen. Das erleichtert ihnen den Start im Legehennenstall“, erklärt Lander van Gestel.

Nach dem Bau ihres neuen Stalls mit 85.000 Aufzuchtplätzen wird die Familie Van Gestel in ihren beiden Aufzuchtbetrieben in Kalmthout 270.000 Junghennen in vier Ställen aufziehen können. Vater Guy van Gestel (64) hat seine Milchkuhhaltung nach 40 Jahren eingestellt, weil sein Sohn und Nachfolger Lander (35) mit den Kühen nicht weitermachen wollte. Im Jahr 2020 baute die Familie auf dem Gelände des Milchviehstalls einen neuen Aufzuchtstall, den sie Anfang Februar 2021 in Betrieb nahm. Guy lebt hier mit seiner Frau May (62).

Der neue Stall befindet sich an der Stelle des ehemaligen Milchviehstalles der Familie. Denn bis zum Jahr 2020 hielt Guy Van Gestel 65 Milchkühe, dazu 34.000 Hühner in Käfighaltung. Heute kümmert er sich gemeinsam mit seiner Frau May um 85.000 Junghennen. Der alte Käfigstall wird jetzt nicht mehr zur Tierhaltung genutzt. Er dient als Lagerschuppen und Kantine. Rechts vom Stall ist ein Mistlager zu sehen.
Sohn Lander Van Gestel kümmert sich um die 185.000 Junghennen am zweiten Standort. Dieser liegt 500 Meter vom elterlichen Hof entfernt. Schwiegertochter Nele Van Gestel hilft bei der Verwaltung und bei den Arbeitsspitzen, zum Beispiel beim Einstallen der Küken. Der große Stall auf der linken Seite bietet Platz für 75.000 Junghennen, die beiden anderen Ställe haben eine Kapazität von 55.000 Tieren. Die Stallungen wurden 2011 und 2016 gebaut. Hinter dem Stall 2 befindet sich das Mistlager. „Unser Betrieb ist seit seinem Start im Jahr 2011 vogelmilbenfrei. Dass ich die ganze Gülle außerhalb des Stalles sammle, trägt wesentlich dazu bei.“ Auf den Stalldächern beider Standorte installierte die Familie Van Gestel Photovoltaik-Anlagen. So arbeitet sie energieneutral und kann sogar Energie ins Netz einspeisen.
Den neuen Stall rüstete die Familie Van Gestel mit einer Volierenaufzuchtanlage von Big Dutchman aus. Die anderen Ställe sind mit einem System der Firma Specht ausgestattet. „Ich persönlich mag die Aufzuchtsysteme von Specht und Big Dutchman. Hier können sich die Hennen am besten durch das System bewegen und lernen, in verschiedene Ebenen zu springen und zu fliegen“, sagt Landes Van Gestel. „Ein Vorteil des Systems von Big Dutchman ist, dass man die Trenngitter automatisch öffnen kann. In unseren alten Ställen muss ich das manuell machen, Das dauert länger.“
In den Gängen hängen Anflugbalkone mit einer Tränklinie. „Mit Hilfe dieser Plateaus lernen die Hennen zu springen. Später im Legestall finden sie dann leichter zu den Nippeltränken“, erklärt Lander Van Gestel.
Blick auf die Luftsprühkühlung des neuen Stalles. Mit ihr kann Van Gestel die Stalltemperatur an heißen Tagen um einige Grad senken und erhöhten Verlusten oder stagnierendem Wachstum vorbeugen.
Weil immer mehr Legehennenhalter danach fragen, entschied sich Familie Van Gestel dafür, in ihrem neuen Stall Fenster einzubauen, um Tageslicht hineinzulassen. Auch einen der bestehenden Ställe stattete die Familie damit aus. „Ich finde die Lichtverteilung bei Tageslichtfenstern viel schöner als bei Oberlichtern“, erklärt Landes Van Gestel.
Verdunklungslamellen vor den Lüftern verhindern, dass zu viel Licht einfällt. „Bei unseren Aufzuchthennen geht gegen 17.30 Uhr die Beleuchtung aus. Würde Licht von außen einfallen, könnten die Tiere nicht richtig ruhen.“
Landes Van Gestel entschied sich für einen Klimacomputer von Skov mit Touchscreen. Den Kot auf den Kotbändern belüftet der Landwirt über einen Luftmischer. Und er spielt in allen drei Ställen Musik ab. „Musik beruhigt die Tiere“, so seine Erfahrung. „Außerdem höre ich bei der Stallarbeit auch gerne Musik.“
Die flämischen Junghennenaufzüchter investierten in eine unterirdische Kadaverkühlung. „Diese verbraucht weniger Strom als eine oberirdische Kühlung und sieht außerdem besser aus. An unserem Betrieb kommen täglich viele Autos und Radfahrer vorbei. Deshalb legen wir großen Wert auf das Image unseres Unternehmens“, erklärt Lander Van Gestel.
In den drei alten Ställen arbeitet Lander Van Gestel mit einem Specht-Aufzuchtsystem. „Ich habe mich bewusst für breite Gänge entschieden. So bleibt der Überblick erhalten und die Hennen lernen besser, im System zu springen oder zu fliegen.“
Im Jahr 2016 installierte Lander Van Gestel in ein automatisches Spülsystem für die Tränkleitungen. Diese spült er in der ersten Lebenswoche der Tiere täglich durch, um die Trinkwasserqualität zu erhalten. „In der ersten Woche ist der Stall über 30 Grad warm, die Küken trinken wenig und der Durchfluss ist gering – ideale Bedingungen für das Wachstum eines Biofilms. Dem beuge ich vor, indem ich die Tränkleitungen täglich durchspüle“, erklärt er. Später im Durchgang erfolgt das Spülen automatisch zweimal pro Woche.
Mit diesem Dosierer kann die Familie dem Wasser Kupfersulfat oder andere Zusätze beimischen, um die Darmgesundheit zu fördern.
Standard-Picksteine dienen der Beschäftigung der Tiere. „In Absprache mit Vepymo bieten wir den weißen Hennen keine Luzerneballen an. Bei den braunen Tieren setzten wir sie jedoch ein, weil braune Hennen in Bezug auf die Darmgesundheit empfindlicher sind und schneller mit auffälligem Verhalten reagieren. Die Höhe des Verzehrs von Luzerne ist für uns ein guter Indikator für die Darmgesundheit.“ Alle Tiere erhalten außerdem zweimal pro Durchgang Magensteine in die Einstreu.
Die Aufzuchthennen auf dem Foto sind zum Zeitpunkt der Aufnahme acht Wochen alt. „Viele meiner Kunden kommen ein- oder zweimal zu mir, um die Hennen zu sehen. Das ist gut so, denn es gibt mir die Möglichkeit, mit meinen Kunden über Legehennen zu sprechen. Davon kann ich viel lernen und zum Beispiel den Beleuchtungsplan und den Fütterungsplan entsprechend anpassen.“
Geflügelnews
Bild: Geflügelnews

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