„Meine Lebensaufgabe ist es, Leute aufzuklären“

05 September 2022
Masthuhn
Christoph Schulz, Landwirt aus Atterwasch (Landkreis Spree-Neiße)

„Wir wollen den Leuten zeigen, wie unsere Landwirtschaft aussieht“, sagt Christoph Schulz. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Der Landwirt aus Atterwasch (Landkreis Spree-Neiße) führt einen der wenigen FairMast-Betriebe im Bundesland Brandenburg. Und er zeigt seinen Betrieb jedem ehrlich interessierten Bürger. Ende August 2022 fand wieder eine Exkursion für die interessierte Öffentlichkeit statt.

„Wir sind ein ganz normaler Landwirtschaftsbetrieb mit 800 Hektar Fläche, sandigen Böden und einer ausgeprägten Frühsommertrockenheit. Deshalb müssen wir unsere Feldfrüchte veredeln – das Grünland über unsere Mutterkuhherde, die Ackerflächen über Lege- und Masthühner“, sagt Christoph Schulz aus Atterwasch (Landkreis Spree-Neiße) über sich selbst. Auch ein Hofladen zählt zum Betrieb. Darin vermarktet der Landwirt das Fleisch seiner Rinder, Eier aus dem Legehennen-Mobilstall, Masthühnerfleisch und auch die Gänse, die er seit kurzem mästet. 

Die Geflügelhaltung macht zwar nur einen Teil des Betriebes Schulz aus, doch sie ist mittlerweile zum Vorzeigeobjekt geworden. Seit dreieinhalb Jahren zieht Schulz nämlich das FairMast Konzept der Plukon Food Group durch. Das wird vom deutschen Tierschutzbund begleitet. 

"So viel macht der gar nicht verkehrt!"

„Ich sehe es als eine meiner Aufgaben im Leben an, die Leute aufzuklären“, sagt der Vater von vier Kindern. Deshalb sucht Schulz bewusst die Kommunikation mit Leuten, die nicht vom Fach sind. Denen will er zeigen: „Wir machen einfach Landwirtschaft, und so sieht unsere Landwirtschaft aus.“ Deshalb zeigt er sich mit seiner Produktion sehr transparent und öffnet seinen Hof regelmäßig, zum Beispiel zur Brandenburger Landpartie oder zu einer Exkursion. „Wenn Leute zu uns auf den Hof kommen, sollen sie sagen: So viel macht der gar nicht verkehrt. Das ist mein Ziel.“ 

Im Jahr 2007 kaufte Christoph Schulz zwei amerikanische Leichtbauhallen, in denen damals insgesamt 40.000 Hähnchen konventionell gemästet wurden. Das wollte er ändern. Seit 2018 nimmt er am FairMast Konzept der Plukon Food Group teil.
In Bezug auf die Kennzeichnung im Lebensmitteleinzelhandel entspricht FairMast der derzeitigen Stufe 3 „Außenklima“. Im Moment stagniert der FairMast-Produkte etwas. Die Verbraucher bevorzugen doch eher preiswerte Produkte.
Christoph Schulz hat in seinen Ställen die Rasse Ross Ranger eingestallt. Geschlachtet werden die Tiere im Alter von 48 Tagen.
Mit 36 Tagen sind die Tiere noch sehr agil. Schulz mästet für Plukon in Storkow.
Seit dreieinhalb Jahren zieht Christoph Schulz das Haltungskonzept FairMast durch. Es wird vom Deutschen Tierschutzbund begleitet. Unabhängige Zertifizierungsstellen kontrollieren die Einhaltung der Vorgaben für das Tierschutzsiegel „Für Mehr Tierschutz“ engmaschig.
Mit 21 Tagen dürfen die Masthühner in den Auslauf. Der überdachte Wintergarten mit Außenklimabereich ist über Luken erreichbar.
Im Durchschnitt werden im Stall 25 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter eingestallt (unter Berücksichtigung des Kaltscharraumes). Sitzstangen und Strohballen bieten den Tieren Ruheflächen und Beschäftigungsmaterial.
Die Picksteine erfüllen die Zwecke Ruhe und Beschäftigung manchmal in einem.
„Ich sehe es als eine meiner Aufgaben im Leben an, Menschen aufzuklären“, sagt Christoph Schulz.
„Wenn während eines Durchganges nicht alles schiefläuft, landen wir bei der Bewertung der Fußballen zu achtzig Prozent in Stufe 0. Unsere Tiere haben nur selten Läsionen an den Fußballen aufzuweisen“, sagt Schulz. „Das zeigt uns, dass wir mit unseren Hähnchen in der Mast einiges richtig machen.“
Die Biogasanlage neben den Mastställen dient der Beheizung der Ställe.
Vier Mobilställe hat Schulz angeschafft und verkauft die Eier im eigenen Hofladen. „Ein Mobilstall rechnet sich nur, wenn man einen höheren Mehrwert erwirtschaftet und die Eier selbst vermarktet.
Ziegen dienen im Auslauf rund um den Mobilstall als Begleittiere. Sie schützen die Hennen vor Greifvögeln. Landwirt Christoph Schulz hat gute Erfahrungen mit ihnen gemacht.
Um die Attraktivität des Auslaufs zu steigern, plant Schulz, einen Hühnerwald anzulegen.
Die Geflügelhaltung ist macht nur einen Teil des Landwirtschaftsbetriebes von Christoph Schulz aus. „Wir sind ein ganz normaler Landwirtschaftsbetrieb mit 800 Hektar Fläche, sandigen Böden und einer ausgeprägten Frühsommertrockenheit. Deshalb müssen wir unsere Feldfrüchte veredeln – das Grünland über unsere Mutterkuhherde, die Ackerflächen über Lege- und Masthühner“, sagt Schulz. Auch ein Hofladen zählt zum Betrieb in Atterwasch (Landkreis Spree-Neiße).
Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Cordula Möbius

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