Kleine Wasserlinse – großes Potenzial für die Landwirtschaft

11 Mai 2022
Futter

Ein wissenschaftliches Projekt an der Universität Vechta will die Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft durch den Einsatz der Wasserlinse neu denken. Das Kick-off-Meeting zum Projekt "ReWali - Reduktion des Nährstoffeintrags in Gewässer sowie Produktion von Futtermittel durch Wasserlinsen" fand am 10. Mai 2022 bei der Firma NOVAgreen in Vechta-Langförden statt.

Bekannt ist, dass die Wasserlinse – oder „Entengrütze“ - unter optimalen Bedingungen ihre Biomasse innerhalb eines Tages verdoppeln kann und auch auf Schmutz- und Abwässern hervorragend gedeiht. Sie ist in der Lage, dem Wasser in kurzer Zeit Nährstoffe wie z.B. Nitrat und Phosphor zu entziehen und in erntefähige Biomasse zu binden. 

Eignen sich Wasserlinsen als natürliches und proteinreiches Futtermittel?

Im Projekt ReWali soll nun erforscht werden, wie (wirtschaftlich) praktikabel Abwässer durch die Wasserlinse gereinigt werden können, so dass sie eventuell einleitfähig werden, und ob sich die Wasserlinse darüber hinaus auch als natürliches, proteinreiches Futtermittel eignet. Die Idee dahinter: Wasserlinsen könnten in einem Kreislaufsystem direkt vor Ort wieder einer Nutzung zugeführt und die Nährstoffe somit „recycelt“ werden.

Um das zu ergründen, wird die Wasserlinse im Projekt auf einem mäßig nährstoffhaltigen Brauchwasser aus der Gänsehaltung – so genanntem „Schlabberwasser“ - angebaut und dann als Futter eingesetzt. Die Produktion von Wasserlinsen könnte die Problematik der Verwertung des Schlabberwassers lösen und gleichzeitig ein lokal produziertes Futter für die Gänsezucht darstellen, das im optimalen Fall z. B. Soja ersetzen könnte.

Praktische Erprobung auf einem Gänsebetrieb

Technisches KnowHow für den Anbau liefert im Projekt die Firma NOVAgreen Projektmanagement GmbH aus Vechta-Langförden. Praktisch erprobt wird das Projekt auf dem Gänsehof der Familie Claßen aus Bakum. Dort wird die Wasserlinse angebaut und verfüttert. Die Universität Göttingen untersucht die Fleischqualität, der mit Wasserlinsen gefütterten Gänse. Auch die Frage, ob Wasserlinsen ebenso an Fische verfüttert werden können und ob insbesondere Forellen als Fleischfresser mit hohem Eiweißbedarf die proteinreiche Wasserlinse gut vertragen, versucht die Uni Göttingen in diesem Projekt zu beantworten. Außerdem sollen Wege ermittelt werden, wie die Wasserlinse lagerfähig wird und in Mischrationen eingesetzt werden kann. 

Die Projektkoordination und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt der Verbaund Transormationsforschung agrar Niedersachsen bei der Universität Vechta. Das Vorhaben dauert drei Jahre und wird mit einer halben Millionen Euro von den Europäischen Innovations-Partnerschaften für Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit gefördert.

 

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Universität Vechta

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